Zwei Jahre Haft für Internet-Autor in China

23. Juli 2006, 16:14
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Soll zum "Sturz des sozialistischen Systems" aufgerufen haben

In China ist ein Verfasser von Internet-Texten zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass die im Sommer 2005 veröffentlichten Essays des Journalisten Li Yuanlong "zum Sturz des sozialistischen Systems" aufriefen. Das Urteil gegen den Mitarbeiter der chinesischen Regionalzeitung "Bijie Daily" ist das jüngste in einer Reihe von Schuldsprüchen gegen Internet-Autoren.

Unerwünschte Kritik

Li hatte unter anderem über die Themen Arbeitslosigkeit und Armut in der Landbevölkerung geschrieben und die Beiträge unter Decknamen an ein aus den USA betriebenes chinesischsprachiges Nachrichtenportal geschickt. Die Webseite steht bei der chinesische Regierung auf einer schwarzen Liste der regimekritischen Foren und ist für die meisten Internetnutzer in China gesperrt.

Protest

Lis Frau verurteilte den Schuldspruch: "Ein so strenges Urteil für die paar Essays ist nicht rechtsstaatlich. Es ist nicht gerecht." Der Anwalt des Journalisten kündigte Widerspruch an. Ihm zufolge war das Urteil jedoch milder als erwartet. In der Vergangenheit sind bereits andere Internet-Autoren wegen regierungskritischer Texte zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. (APA/Reuters)

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