Gleiche Kindergärten für alle

13. Juli 2006, 19:15
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Kinderfreunde fühlen sich durch Studie bestätigt - Zustimmung auch zum Vaterschaftsmonat

Wien - Pisa-Studie, Integration von Migrantenkindern oder Sprachförderung - die Debatte um die Anforderungen an das Bildungssystem hat längst auch den Kindergarten erreicht. Dieser sollte für alle Kinder ab zwei Jahren kostenlos sein, fordern die Kinderfreunde. Derselben Meinung sind auch mehr als zwei Drittel der ÖsterreicherInnen, wie eine von den Kinderfreunden in Auftrag gegebene und am Donnerstag präsentierte Online-Umfrage des Instituts Marketagent.com ergab.

Im Rahmen der Studie wurden 1002 Personen - sowohl Eltern als auch Kinderlose - befragt. Die Forderung nach einem beitragsfreien Kindergartenbesuch unterstützen demnach 79 Prozent der Eltern von Kindergartenkindern und immerhin 64 Prozent der kinderlosen Personen.

Eine Mehrheit der Befragten (88 Prozent) sprach sich außerdem für ein einheitliches Bundesgesetz für alle Kindergärten in Österreich aus. Derzeit sind diese Ländersache, wodurch es regionale Unterschiede hinsichtlich der Beiträge und Angebote gibt.

Die Einführung eines verpflichtenden letzten Kindergartenjahres zur Sprachförderung und besseren Integrationsfähigkeit können sich 82 Prozent aller Befragten vorstellen - eine Idee, die der Forderung der Wiener ÖVP nach einem kostenlosen Kindergartenjahr auf freiwilliger Basis ähnelt und zum Teil bereits in Kärnten, wo die Betreuungsquote am geringsten ist (siehe Grafik), umgesetzt wird: Ab Herbst können Kinder im Vorschulalter den Kindergarten vormittags gratis besuchen, wie BZÖ, ÖVP und SPÖ vorige Woche einhellig beschlossen haben.

Generell wünschen sich 88 Prozent der Befragten, dass der Kindergarten künftig stärker als "elementare Bildungseinrichtung"denn als Betreuungseinrichtung ausgerichtet wird. Auch die Einführung eines Vaterschaftsmonats stieß auf große Zustimmung: 79 Prozent wollen, dass Väter bei vollem Bezug ein Monat nach der Geburt zu Hause verbringen können.

Die Studien-Ergebnisse greifen die Kinderfreunde gleich als Forderungen an die nächste Regierung auf - und haben dafür eine Unterschriftenaktion gestartet. (kri, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.7.2006)

  • Betreuung in den Kindergärten sollte ab dem zweiten Lebensjahr kostenlos angeboten werden, das fordern sowohl Eltern als auch Kinderlose.
    foto: standard/robert newald
    Betreuung in den Kindergärten sollte ab dem zweiten Lebensjahr kostenlos angeboten werden, das fordern sowohl Eltern als auch Kinderlose.
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