IG Metall fürchtet massiven Stellenabbau bei Siemens-Bereich SBS

23. Juli 2006, 16:13
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Konzern will Umbau beim IT-Dienstleister beschleunigen

Die IG Metall sieht beim verlustreichen Siemens-IT-Dienstleister SBS viele Arbeitsplätze bedroht. "Bei SBS ist die Situation viel verfahrener als bei Com", sagte Dieter Scheitor, der bei der Gewerkschaft für Siemens zuständig ist, der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Donnerstag nach Beratungen der IG Metall mit Arbeitnehmervertretern. "Wir befürchten, dass Siemens einen massiven Stellenabbau durchziehen wird."

11.000

In Deutschland arbeiteten etwa 11.000 Menschen bei Siemens Business Services (SBS). Neues gebe es derzeit nicht zu den Plänen des Konzerns für SBS. "Aber es ist klar, dass Siemens-Chef Klaus Kleinfeld auch diesen Krisenbereich bis Ende September aufräumen will", sagte Scheitor. "Wir rechnen fest damit, dass Siemens bis dahin Entscheidungen im Sinne von Kleinfeld und des Managements treffen wird."

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass der Umbau von SBS forciert werden soll. Der Bereich solle sich auf ausgewählte Branchen, Regionen und Kunden konzentrieren, hatte es in einer internen Mitarbeiter-Information geheißen. "In Industrien, die Siemens nicht bedient, nimmt SBS neue Projekte nur noch selektiv und nach intensiver Prüfung an." Zudem würden die beiden verbliebenen Geschäftsbereiche IT-Outsourcing und IT-Lösungen gebündelt.

Fusion mit Nokia

Angesichts der Fusionspläne für die Netzwerk-Ausrüstungssparten von Siemens und Nokia forderte Scheitor von Siemens einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2009. "Wir fordern außerdem die Sicherung der Standorte in Deutschland." Siemens hatte im Juni angekündigt, Großteile seines schwächelnden Kommunikationsbereichs Com in ein Joint Venture mit dem weltgrößten Handyhersteller Nokia einzubringen. Nach Einschätzung von Scheitor dürften in den betroffenen Com-Teilen etwa 10 bis 15 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen.

Der Gewerkschaftler zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass beide seiten sich rasch einigen. "Siemens hat es ja sehr eilig und will bis zum Ende des Geschäftsjahres 2005/06, also bis Ende September, alles über die Bühne bringen", sagte Scheitor. "Wenn Siemens es so eilig hat, dann hat das auch seinen Preis. Die IG Metall sieht durchaus Chancen auf eine baldige Einigung."(APA/dpa)

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