Keine teureren Inlandstarife

30. Juli 2006, 17:24
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Die Auswirkungen reduzierter Roamingtarife auf das Preisniveau bei reinen Inlandsgesprächen wird von der Kommission als marginal eingeschätzt

Wien – Die Auswirkungen reduzierter Roamingtarife auf das Preisniveau bei reinen Inlandsgesprächen wird von der Kommission als marginal eingeschätzt. „Der Wettbewerb lässt Erhöhungen bei den Inlandstarifen nicht zu“, sagt Wolf-Dietrich Grussmann von der Generaldirektion Informationsgesellschaft der EU-Kommission. Dazu sei der Druck, der von den Billig-Anbietern im Mobilfunkbereich ausgeht, zu groß.

Anders bei den besonders in Österreich beliebten Handy-Stützungen, also der Usance, dass der Kunde bei Vertragsabschluss oder -verlängerung ein neues Gerät stark vergünstigt erhält. Da erwartet sich Grussmann, dass es zu Umschichtungen kommt: „Das hätte aber eine durchaus bereinigende Wirkung.“

Verordnungsentwurf

Wie der STANDARD in seiner gestrigen Ausgabe berichtete, hat die Kommission einen Verordnungsentwurf vorgestellt, der die Zusammenschaltgebühren für mobiles Telefonieren über Fremdnetze im Ausland regelt. Und zwar sollen sowohl bei Einkaufspreisen der Mobilfunker als auch bei den Endkunden Höchstgrenzen eingezogen werden, die bei den verrechneten Roaming-Gebühren dann zu einer Verbilligung zwischen 50 bis 70 Prozent führen.

Besonders in Österreich hatten sich einige Mobilfunker, vor allem Marktführer A1, mit dem Argument gegen eine solche Initiative gestemmt, dass Österreich als Transit- und Tourismusland von den hohen Roaming-Gebühren überproportional profitiere. Grussmann sagte dazu, dass rund 17 Prozent des Gesamtumsatzes der Provider aus dem Roaming komme; im EU-Schnitt sind es nur zehn Prozent. Im Gegenzug dazu seien die Österreicher im Ausland aber „geschröpft“ worden.

Die Kommission sieht die Initiative vor allem im Lichte der Wettbewerbsfähigkeit der Union. 147 Mio. europäische Roamingkunden gebe es, die 8,5 Mrd. Euro/Jahr dafür berappen müssen. 80 Prozent der Roaming-Umsätze werden im Geschäftsbereich aufgebracht. Nicht in die Verordnung hineingepackt wurden die mobilen Kurznachrichten SMS und MMS. Allerdings haben die nationalen Regulatoren die Aufgabe, diesbezüglich wachsam zu sein. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.6.2006)

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