Leichtes Einkommensplus bei heimischen Bauern

7. August 2006, 10:59
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Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft legten 2005 mit 2,3 Prozent nur halb so stark zu wie 2004

Wien - 2005 gab es für die österreichischen Bauern ein leichtes Einkommensplus. Insgesamt waren die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft 2005 je Betrieb mit 19.843 Euro (2004: 19.381 Euro) um 2,3 Prozent höher als 2004. Es wurden mehr öffentliche Förderungen ausbezahlt.

Im Jahr zuvor hatte der Verdienstzuwachs der Landwirte in Österreich 5 Prozent betragen.

Der Ertrag war um 2 Prozent höher als 2004. Die öffentlichen Gelder, die den bäuerlichen Betrieben direkt zu Gute kommen, waren im Durchschnitt je Betrieb um 7 Prozent höher als 2004, schreibt das Landwirtschaftsministerium. Für diesen Anstieg waren insbesondere die Prämienumstellung, die Rückerstattung für den Agrardiesel, sowie eine weiter gestiegene Inanspruchnahme des Agrarumweltprogramms ÖPUL verantwortlich. Die Mehrwertsteuer (plus 2 Prozent) erhöhte sich im selben Ausmaß wie der Ertrag.

Ins Gewicht fielen auch höhere Erträge bei Schweinen und Rindern durch gestiegene Erzeugerpreise. Gebremst wurde die Entwicklung durch die schlechte Brotgetreideernte im Vorjahr und die Mindererträge im Weinbau.

Verteuerung der Treibstoffe

Beim Aufwand (plus 3 Prozent gegenüber 2004) kamen neben der Abschreibung eine starke Verteuerung der Treibstoffe und höhere Vorsteuer dazu.

Die Ergebnisse der Einkommensentwicklung für 2005 zeigten auch, dass sich die Ertragslage für die bäuerlichen Betriebe unterschiedlich entwickelt hat. Dies erläuterte Landwirtschaftsminister Josef Pröll aus Anlass der heutigen Schlusssitzung der Paragraph7-Kommission im Landwirtschaftsministerium.

Die mit Abstand größte Verbesserung bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft gab es in den Veredelungsbetrieben (plus 17 Prozent), gefolgt von den Futterbauern (plus 11 Prozent), den landwirtschaftlichen Gemischtbetrieben (plus 9 Prozent) und den Betrieben mit 25 bis 50 Prozent Forstanteil (plus 8 Prozent) sowie jene mit über 50 Prozent Forstanteil (plus 4 Prozent).

Einbuße bei Dauerkulturbetrieben

Demgegenüber erlitten die Dauerkulturbetriebe nach zwei guten Jahren eine Einbuße von bis zu 37 Prozent und die Marktfruchtbetriebe von 8 Prozent. Die durchschnittlich höchsten Einkommen je nicht entlohnter Arbeitskraft (nAK) erreichten allerdings nach wie vor die Marktfruchtbetriebe, gefolgt von den Veredelungsbetrieben und Betrieben mit über 50 Prozent Forstanteil. Die Dauerkulturbetriebe lagen diesmal an letzter Stelle.

Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft aller Bergbauernbetriebe im Jahr 2005 waren mit 19.568 Euro um 11 Prozent höher als im Vorjahr. Die kräftigste Steigerung erzielten die Bergbauernbetriebe der Stufe 3 mit plus 19 Prozent, gefolgt von den Betrieben der Stufe 1 (plus 15 Prozent) und der Stufe 2 (plus 8 Prozent).

Hingegen konnte sich die Stufe 4 nach dem Einkommensrückgang im Jahr 2004 auch heuer nicht verbessern. Die Ausgleichszulage trägt wesentlich zu den Einkünften bei, vor allem bei Bergbauernbetrieben mit hoher und extremer Erschwernis.

Biobauern über dem Durchschnitt

Bei den Biobauern lagen die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft 2005 mit 21.566 (plus 5 Prozent) Euro je Betrieb um fast 9 Prozent über dem Durchschnitt aller Betriebe.

Die Erträge aus der Forstwirtschaft lagen dank gestiegener Holzpreise und eines höheren Anteils an Stammholz um 5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die sonstigen Erträge waren insgesamt betrachtet rückläufig.

Nach Produktionsgebieten bewegten sich die Veränderungen bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zwischen +25 Prozent im Kärntner Becken bzw. +15 und +12 Prozent im Wald- und Mühlviertel und am Alpenostrand sowie +/- 0 bzw. 19 Prozent im südöstlichen und nordöstlichen Flach- und Hügelland. (APA)

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    Biobauern lagen fast 9 Prozent über dem Durchschnitt aller Betriebe.

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