Verzetnitsch hat Klage gegen seine Entlassung eingebracht

19. Juli 2006, 15:35
18 Postings

Erster Verhandlungstermin im Wiener Arbeitsgericht vermutlich im Herbst

Wien - Der ehemalige ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch hat am vergangenen Dienstag die angekündigte Klage gegen den Gewerkschaftsbund eingebracht, mit der er die von seinem Nachfolger Rudolf Hundstorfer ausgesprochene Entlassung bekämpfen will. Das gab Christoph Schuhmertl, Pressesprecher im Wiener Arbeits- und Sozialgericht (ASG), am Donnerstagnachmittag auf Anfrage der APA bekannt. Prozesstermin gibt es noch keinen.

Experten gehen davon aus, dass der erste Verhandlungstag in dieser vermutlich langwierigen arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung im kommenden Herbst stattfinden wird. Zum Umfang und näheren Inhalt der Klage erteilte Schuhmertl unter Hinweis auf seine Verschwiegenheitspflicht keine Auskunft. Verzetnitschs Rechtsbeistand, der auf Arbeitsrecht spezialisierte Wiener Anwalt Georg Schima, war vorerst nicht erreichbar.

Der Gewerkschaftsbund hatte per 30. April das Arbeitsverhältnis mit Verzetnitsch beendet. Dafür ausschlaggebend dürfte seine geheime Vorgangsweise bei den umstrittenen BAWAG-Geschäften gewesen sein. Verzetnitschs Klage kommt nicht überraschend, der Zeitpunkt allerdings unerwartet: Zuletzt war davon ausgegangen worden, der frühere ÖGB-Chef, gegen den die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen Untreue ermittelt, werde vor dem Beschreiten der arbeitsrechtlichen Front die Klärung der im Raum stehenden strafrechtlichen Vorwürfe abwarten. (APA)

Share if you care.