Briatore rechnet mit beiden Titeln

26. Juli 2006, 13:39
14 Postings

Renault-Teamchef geht sorgenfrei in den GP von Frankreich in Magny Cours, Schumacher glaubt fest an den Erfolg der Aufholjagd

Magny Cours - Der amtierende Formel 1-Weltmeister Fernando Alonso geht am Sonntag (14:00 Uhr) in Magny Cours auf den "Heim"-Hattrick los. Nach seinen Siegen in Barcelona und Silverstone will der Spanier mit britischem Wohnsitz auch den Heim-Grand Prix seines französischen Renault-Teams gewinnen. Mit dem zweiten Erfolg auf dem "Circuit de Nevers" in Folge könnte der WM-Führende auch ein Jubiläum seines Rennstalls krönen: Vor 100 Jahren, am 27. Juni 1906, feierte der Ungar Ferenc Szisz östlich von Le Mans den ersten Renault-Sieg im Großen Preis von Frankreich.

Alonso daran hindern und seine Aufholjagd fortsetzten will der siebenfache Champion Michael Schumacher, der sein Parade-Rennen bereits siebenmal gewann und der erste Fahrer wäre, der auf einer Grand Prix-Strecke acht Siege feiert. "Die zweite Saisonhälfte möchten wir in eine Aufholjagd umgestalten, denn wir haben den Kampf um den WM- Titel noch lange nicht aufgegeben", erklärte der Ferrari-Pilot. Spitzenreiter Alonso lassen diese Kampfansagen aber kalt: "Wir wollen im Heimrennen zurückschlagen."

Schumachers Zuversicht

Sein souveräner Sieg in Indianapolis hat Schumachers Zuversicht zusätzlich gesteigert. "19 Punkte sind machbar, daran glaube ich fest", wies er auf den in den USA um sechs Zähler reduzierten Rückstand hin. "Wir haben den unbedingten Willen zum WM-Sieg." In Tag- und Nachtschichten hat Ferrari eine rund 20 PS mehr leistende Motorausbaustufe und aerodynamische Weiterentwicklungen produziert, um die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aufholjagd zu schaffen.

Aber auch Renault ruhte sich nicht auf den bisherigen Erfolgen aus. "In Magny Cours fahren wir mit der neuen Motorspezifikation und einigen aerodynamischen Verbesserungen", berichtete Alonso. Ingenieur Denis Chevrier geht von einer Rundenverbesserung von ein bis zwei Zehntelsekunden aus. Alonsos fünfter Platz in Indianapolis soll nicht mehr als ein Ausrutscher gewesen sein. "Ich gehe davon aus, dass wir hier gewinnen können", meinte der Spanier, der mit seinem Erfolg im Vorjahr einen Freudentaumel in blau-weiß-rot ausgelöst hatte.

Flavio Briatore sorgenfrei

Angesichts des immer noch komfortablen Vorsprungs macht sich der WM-Spitzenreiter keine großen Sorgen: "Wir müssen jetzt nicht pessimistisch sein und befürchten, dieser Vorteil könnte schnell verschwinden." Renault-Teamchef Flavio Briatore stärkte seiner Truppe den Rücken: "Ich rechne erneut mit beiden WM-Titeln. In Magny Cours haben wir auch dank der gegenüber Indianapolis anderen Reifensituation gute Siegchancen."

Rekord-Weltmeister Schumacher geht ebenfalls davon aus, dass Magny Cours kein Spiegelbild von Indianapolis sein wird. "Der Sieg in Amerika ist keine Garantie für ein gutes Ergebnis in Frankreich. Das war ein extrem ermutigendes Rennen, aber wir dürfen es nicht überbewerten", warnte der siebenfache Frankreich-Triumphator. "Der Abstand war zu groß, er stellt das Kräfteverhältnis nicht wirklich dar, er verfälscht es." (APA/Reuters/dpa/AFP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Briatore, locker drauf.

Share if you care.