betandwin - Aktionäre segnen Namensverkürzung auf "bwin" ab

23. Juli 2006, 16:13
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Bisheriger Name zu lang, entspricht nicht mehr tatsächlicher Angebotspalette - Umstellung per 1. August

Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung (HV) in Wien haben die Aktionäre des österreichischen Sportwetten-Anbieters betandwin.com einer Änderung des Firmennamens auf "bwin" (sprich "bi-win") zugestimmt. Mit Wirkung vom 1. August tritt der neue Name in Kraft, erklärten die beiden Vorstandsdirektoren Manfred Bodner und Norbert Teufelbauer heute, Donnerstag, nach der HV vor Journalisten in Wien. Die Zustimmung sei mit 99,99 Prozent fast einhellig gewesen.

Bisheriger Name zu lang, entspricht nicht mehr tatsächlicher Angebotspalette

Als Gründe für die Namensänderung nannte Bodner heute unter anderem die schnellere Erfassbarkeit sowie geänderte Ansprüche an die Marke. Der hochgradig funktionale Charakter der bisherigen Marke werde "schon seit geraumer Zeit nicht mehr dem tatsächlichen Unterhaltungsangebot, das sich aus Sportwetten, Poker, Casinospielen, Soft Games sowie Live-Audio- und Videostreams zusammensetzt, gerecht".

Die betandwin-Vorstände zitierten Expertenprognosen, wonach der bisherige Markenname auf längere Sicht "sogar zu einer Belastung werden könnte". Der Name betandwin soll mit Ende Juli verschwinden.

"Emotional nicht aufladbar"

Der bisherige Slogan "wette und gewinne" sei "emotional nicht aufladbar" und habe zudem einen gewissen Diskont-Charakter, erläuterte Teufelbauer. Auch habe man sich mit dem bisherigen Namen zuletzt nicht mehr ausreichend vom Mitbewerb unterscheiden können, da auch zahlreiche Online-Gaming-Unternehmen den Begriff "bet" in ihrem Markennamen geführt hätten - Beispiele: Betfair, Bet365, Sportingbet, Centrebet, Betsson, Canbet, Betinternet oder bet-at-home.

Wiedererkennung

Befragungen hätten eine hohe Wiedererkennung mit dem neuen Markennamen bestätigt, sagte Bodner. Die optische Entwicklung des neuen Namens sei im eigenen Haus erfolgt. Die Kosten seien Teil des laufenden Marketingbudgets, das laut Analystenschätzungen im Jahr 2006 rund 250 Mio. Euro beträgt.

Erst kürzlich hatte eine österreichweite Untersuchung die Marke betandwin mit rund 1,7 Mrd. Euro bewertet, damit handle es sich um die achtschwerste Marke Österreichs.

"Wir stecken noch in einem langwierigen politischen Lobbying-Prozess"

Ergänzend wagt der Sportwettenanbieter den Sprung nach China. Zusammen mit Eurosport baut das Unternehmen gerade eine Sport-Informationsplattform für den chinesischen Markt auf. Sportwetten werden noch nicht angeboten. "Wir stecken noch in einem langwierigen politischen Lobbying-Prozess", sagte betandwin-Vorstand Manfred Bodner am Donnerstag vor Journalisten in Wien.

Vor kurzem hat betandwin eine Lizenz für Mexiko erhalten, derzeit bemühe man sich um weitere Lizenzen in Südamerika, hieß es.

"gut gelaufen

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland sei in Sachen Neukundengewinnung "gut gelaufen", hieß es. Eine detaillierte Bilanz dazu will man zu einem späteren Zeitpunkt vorlegen.

Zur aktuellen Debatte um eine Aufhebung des Glücksmonopols in Österreich hieß es: "Jeder Schritt zur Aufweichung des Monopols ist uns recht". In dieser Hinsicht sei man "zweigleisig unterwegs": Einerseits sehe man Europa als einen Markt, auf der anderen Seite bemühe man sich aber um eigene Lizenzen für die Länder.(APA)

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