Lärmgrenzen für Flughäfen

13. Juli 2006, 14:33
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Grüne befürchten zehnfache Lärmbelastung bei geplanter dritter Piste in Schwechat

Wien - Der Streit um die geplante dritte Piste für den Flughafen Wien Schwechat hat am Donnerstag das Parlament erreicht. ÖVP, SPÖ und BZÖ haben nämliche in einer Novelle zum Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz maximal zulässige Lärmgrenzen für Flughäfen festgelegt. Diese Schwellenwerte (65 Dezibel tagsüber, 55 nachts) sind den Grünen jedoch zu hoch - sie befürchten eine Verzehnfachung der Lärmbelastung beim Flughafen.

Hintergrund des Streits ist ein Mediationsverfahren zwischen den Flughafenbetreibern und den Anrainern, bei dem eine maximale Lärmbelastung von 54 bzw. 45 Dezibel festgelegt wurde. Die Grünen befürchten nun, dass dieser Wert angesichts der neuen Maximalwerte um über zehn Dezibel überschritten werden könnte.

"Zehn Dezibel Unterschied bedeuten auf Grund der logarithmischen Skala eine Verzehnfachung. Das ist nicht plus zehn Prozent oder eine Verdoppelung, das ist eine Verzehnfachung (des Fluglärmes, Anm.)", kritisierte Grünen-Verkehrssprecherin Gabriela Moser. Und ihre Kollegin Heidemarie Rest-Hinterseer befürchtet eine "schwere Belastung für die Bevölkerung". Gegen den tief-frequenten Fluglärm könnten Lärmschutzmaßnahmen nämlich wenig ausrichten, so die Grün-Mandatarin.

Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka (V) wies die Bedenken der Grünen zurück: Der Flughafen habe "ausdrücklich erklärt hat, dass er zu den Ergebnissen des Mediationsverfahrens steht, und all das was dort vereinbart wurde wird dann im Wesentlichen auch in die Verordnung aufgenommen werden". Der kurzfristig eingebrachte Abänderungsantrag sei aber zum positiven Abschluss der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die dritte Piste nötig.

SP-Verkehrssprecher Kurt Eder begründete die Zustimmung seiner Partei damit, dass der Flughafen das Wiener "Tor zur Welt" sei und die Ergebnisse des Mediationsverfahrens auch weiterhin berücksichtigt würden. "Wir wollen nicht, dass die Menschen in einer Lärmhölle wohnen, aber wir wollen auch dass die Wirtschaft in Schwung kommt", so Eder. (APA)

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