Nach Streit vor U-Bahn gestoßen und überrollt: Bedingte Haft

13. Juli 2006, 14:31
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Opfer wurde Oberschenkel abgetrennt und sitzt seither im Rollstuhl

Wien - Weil er im vergangenen Dezember im Zug eines Streits einen Mann vor eine einfahrende U-Bahn-Garnitur gestoßen hat, ist ein 21-Jähriger am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht wegen Körperverletzung mit Dauerfolgen schuldig gesprochen worden. Das Opfer sitzt seither im Rollstuhl, ihm wurde der linke Oberschenkel abgetrennt. Das Gericht verhängte über den Angeklagten, der versicherte, das nicht gewollt zu haben, 16 Monate bedingte Haft. Das Urteil ist rechtskräftig.

"Ich bin entsetzt, was da passiert ist", zeigte sich der 21-Jährige in der Verhandlung erschüttert. Er war in der U-Bahnstation Nestroyplatz auf einer Bank gesessen und hatte auf den nächsten Zug gewartet, als er vom späteren Opfer beschimpft wurde. Der Wiener soll dem 21-Jährigen gegen ein Bein getreten haben, worauf ihm der 21-Jährig einen kräftigen Stoß versetzte. Der Mann verlor dabei das Gleichgewicht, taumelte zurück und stürzte auf die Geleise. Ausgerechnet in diesem Moment fuhr die U-Bahn ein und überrollte ihn. Das Opfer selbst konnte sich an den Zwischenfall nicht mehr erinnern. (APA)

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