EU-Schere bei Mindestlöhnen klafft auseinander

30. Juli 2006, 17:14
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Während Lettland 129 Euro gesetzlich vorschreibt, sind in Luxemburg 1.503 Euro das Minimum - Österreich und Deutschland kommen ohne aus

Brüssel - Die Unterschiede zwischen den gesetzlichen Mindestlöhnen in den einzelnen EU-Ländern sind nach wie vor dramatisch. Wie aus einer Erhebung des EU-Statistikamtes Eurostat hervorgeht, betrug die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Mindestlohn in der EU im Jänner dieses Jahres bei fast 1.400 Euro. Während in Lettland 129 Euro als Mindest-Monatsgage vorgeschrieben waren, waren in Luxemburg 1.503 Euro das Minimum.

West-Ost-Gefälle

In den meisten neuen EU-Ländern Osteuropas liegen die Mindestlöhne kaum über dem lettischen Niveau - in Litauen etwa bei 159 Euro, in der Slowakei bei 183 Euro, in Polen bei 234 Euro, in Ungarn bei 247 Euro und in Tschechien bei 261 Euro. Den niedrigste Mindestlohn der alten EU-Länder hat Portugal mit 437 Euro pro Monat. Die höchste Mindestgehälter gibt es nach Luxemburg in Irland (1.293 Euro), in den Niederlanden (1.273 Euro), in Großbritannien (1.269 Euro), in Belgien (1.234 Euro) und in Frankreich mit 1.218 Euro.

Österreich hat keine Mindestlöhne

Zum Vergleich: In den Beitrittsländern Rumänien und Bulgarien liegt der monatliche Mindestlohn derzeit bei 90 bzw. 82 Euro, in der Türkei bei 331 Euro und in den USA bei 753 Euro. Österreich und Deutschland haben keine gesetzlichen Mindestlöhne. In Österreich sind die Mindestlöhne in den Kollektivverträgen der jeweiligen Berufe individuell verankert. (APA)

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