Quelle will wieder mehr versenden

30. Juli 2006, 17:01
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Das Versandhaus mit Sitz in Linz peilt bis Ende 2006 ein positives Ergebnis an - erwartet werden 50 Prozent Zuwachs bei Internet-Bestellungen

Wien - Das Versandhaus Quelle mit Sitz in Linz peilt bis Ende 2006 ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) an. Für dieses Jahr rechnet das Tochterunternehmen der bayrischen Quelle GmbH in Fürth wieder mit einem 2- bis 3-prozentigen Wachstum. Der Umsatzrückgang aus dem Vorjahr von 7 Prozent erklärt sich Wolfgang Binder, Vorstandsvorsitzender Quelle Österreich, durch die "Unruhe" rund um die Konzern-Mutter KarstadtQuelle. Diese sei von Deutschland nach Österreich geschwappt. Aber auch eigene Fehler bei der Kundenwerbung räumte er heute, Donnerstag, in Wien ein.

Umsätze nicht abgerutscht

"Die Umsätze sind 2006 nicht weiter abgerutscht", so Binder bei der heutigen Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Kataloges für Herbst/Winter. Stabilisierung bleibe das Wichtigste in diesem Jahr, obwohl man mit einem leichten Umsatzwachstum kalkuliere. 2004 schrieb das Unternehmen bei 256 Mio. Euro Umsätzen 4,7 Mio. Euro Verluste. Mit den Verlusten aus 2003 vergrößerte sich der Bilanzverlust 2004 auf 6,2 Mio. Euro. Absolute Zahlen für 2005 wurden nicht genannt. Die Bilanzzahlen 2005 werden im Herbst 2006 veröffentlicht.

Gegenüber 2004 verlor der heimische Marktführer im Versandhandel ein Prozent Marktanteil und lag im Vorjahr bei 19 Prozent. Im Bereich Technik - neben Mode/Textilien und Möbel/Living - sei man hingegen mit 60 Prozent Marktanteil in Österreich vertreten. Dazu beigetragen hätten laut Vertriebs- und Markteting-Chef Manfred Gschwendtner die Eigenmarken Universum und Privileg.

Sattes Plus im Internet

Ein sattes Plus von 50 Prozent verzeichnete der Quelle Versandhandel im Bereich E-Commerce mit Internet-Bestellungen. Rangierten die Umsätze aus Internet-Käufen in den vergangenen Jahren zwischen 13 und 15 Prozent, so waren diese innerhalb von 12 Monaten auf 30 Prozent angewachsen. 55 Prozent der Bestellungen im Versand würden aber weiterhin via Telefon abgewickelt. Die restlichen 15 Prozent erfolgen über die herkömmlichen Methoden wie Bestellkarte oder Fax. Insgesamt rechnet das Unternehmen heuer mit 2,5 Millionen Bestellungen.

Generell sei der Anteil des Versandhandels in Österreich am gesamten Einzelhandel mit 3,4 Prozent stabil, so Gschwendtner. Der Pro-Kopf-Versandhandelsumsatz betrug in Österreich im Vorjahr 158 Euro. 2004 war der Pro-Kopf-Umsatz noch 141 Euro. Der Textil-Versand ist mit 45 Prozent immer noch der von den Käufern mit Abstand am meisten genutzte Sortimentsbereich. Das durchschnittliche Alter der Kunden liegt bei 43 Jahren, der klassische Internet-Käufer ist etwa 5 Jahr jünger.

Aufstocken und abbauen

Das Unternehmen beschäftigt derzeit 1.350 Vollzeitarbeitskräfte. Der bereits angekündigte Beschäftigtenabbau von zirka 180 Personen wurde mit der "Trennung von den Technik-Fachgeschäften" begründet. Im Franchise-Bereich wolle man bis Ende 2007 von 165 auf 207 Quelle-Shops aufstocken.

Trotz Postämterschließungen in Österreich sei keine Lücke im Versand aufgetreten, sagte der Vertriebs-Chef. Aber man feilt bei Quelle an neuen Modellen der Abholung und Zustellung, wie etwa das "Pick-up Paket", das in Wien im Probelauf ist. Damit soll der Kunde zu jeder Zeit sein Paket aus einer "Box" abholen können.

Toni Polster wurde als Quelle-Testimonial bis Ende 2007 bestätigt. Dieser zeigte sich vom Quelle-Erfolgskurs überzeugt: "Wir werden 2007 richtig Gas geben, dass wir 2007 schwarze Zahlen schreiben." (APA)

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    Vorstandsvorsitzende von Quelle Oesterreich, Wolfgang Binder (li) und Toni Polster (re). Bereits im Jänner 2005 (im Bild) haben sie gemeinsam den bewähreten Quelle-Katalog vorgestellt.

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