Uni Graz: "Bombe" war Hackergerät

17. Juli 2006, 09:49
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Großräumige Absperrungen wieder aufgehoben - Hausmeister hatte verdächtigen Koffer entdeckt

Graz - Der Bombenalarm im Grazer Chemieinstitut der Karl-Franzens-Universität am Donnerstag stellte sich als unbegründet heraus: Der vermeintliche Sprengkörper, der in einem Koffer deponiert gewesen war, entpuppte sich bei der Untersuchung durch Fachleute aus Wien als die Gerätschaft eines Hackers, der sich vermutlich ins Datennetz des Instituts schleusen wollte. Das Landeskriminalamt wird die elektronische Bastelei nun untersuchen. Die Sperren im Univiertel konnten aufgehoben werden.

Sperre, aber aufrechter Betrieb

Der Hausmeister des Gebäudes hatte um die Mittagszeit einen kofferähnlichen Gegenstand bei einem Fenster entdeckt, der ihm verdächtig vorkam. Er benachrichtigte die Exekutive. Das Haus in der Schubertstraße 1 wurde evakuiert, das Gelände großräumig abgesperrt. Der Betrieb rund um das Gebäude blieb trotz Absperrungen aufrecht, auch die in der Nähe liegende Mensa blieb geöffnet.

Ein Grazer Sprengstoffsachverständiger hatte den fraglichen Gegenstand mit Röntgenstrahlen untersucht, wie die Berufsfeuerwehr der APA mitteilte. Er konnte nicht ausschließen, dass es sich um einen Sprengkörper handle. Zwei weitere Fachleute aus Wien wurden angefordert, die Absperrungen in der Umgebung des Gebäudes blieben daher aufrecht, was zu Staus führte.

Gerät wird analysiert

Die beiden Spezialisten aus der Bundeshauptstadt stellten fest, dass das Gerät, das offenbar ein Hacker konstruiert hatte, gut abgeschirmt war: Sie mussten ihr Röntgengerät auf die höchste Leistungsstufe schalten, um durch den Koffer in die darin befindliche Plastikkiste zu blicken. Gegen 16.50 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden: "In dem Gegenstand befindet sich kein Sprengstoff", wie Wolfgang Hübl von der Berufsfeuerwehr der APA mitteilte. Die Tatortgruppe des Landespolizeikommandos untersuchte am Abend das Institut nach Spuren, das Gerät selbst wird analysiert werden.

Bei dem Einsatz waren rund zehn Polizisten, elf Rotkreuz-Angehörige und sieben Feuerwehrleuten am Ort. Dazu kamen noch ein Sprengstoffsachkundiger der Grazer Polizei sowie die beiden Fachleute aus Wien. Laut Feuerwehr habe sich das Institutspersonal beim Auffinden des Koffers "geradezu vorbildlich" verhalten und sofort die Einsatzkräfte verständigt. (APA)

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