"künstler gesucht": Frauen exkludiert?

13. Juli 2006, 14:59
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Offener Brief der FIFTITU%-Frauen an Peter Assmann, Direktor der Oberösterreichischen Landesmuseen

Die Geschäftsführerin von FIFTITU%, der Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur in Oberösterreich, Herta Gurtner wendet sich in einem Offenen Brief an den Direktor der Oberösterreichischen Landesmuseen Peter Assmann betreffend einer "Künstler"-Suche:

"Sehr geehrter Herr Dr. Peter Assmann!

Wir freuen uns über die Initiative des Landesmuseums, künstlerische Talente von Jugendlichen zu entdecken und zu fördern.

Doch irritiert uns die Titelwahl für die Ausschreibung sehr: "young at art - künstler gesucht"

"künstler gesucht": Heisst das, nur männliche Jugendliche können sich bewerben?

Wohl nicht! Im Innentext des Folders ist die Sprache geschlechtsneutral, umso ärgerlicher also der Titel. Indem er explizit männliche Jugendliche auffordert, werden sich junge Künstlerinnen nicht im gleichen Ausmaß angesprochen fühlen - somit geschieht schon in der Jugend eine ungleiche Förderung. Gerade für Jugendliche ist geschlechtsneutrales Schreiben und Lesen alltäglich.

FIFTITU% ist die Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur in OÖ und setzt sich für eine Symmetrie der Geschlechter in Kunst und Kultur ein. Bitte teilen Sie uns mit, welche konkreten Maßnahmen Sie setzen, um auch junge Künstlerinnen zu fördern. Wie engagieren sich die Landesmuseen für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männer am kulturellen Geschehen?

Mir freundlichen Grüßen Herta Gurtner/Geschäftsführerin FIFTITU%"

Link

FIFTITU % - Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur in Oberösterreich, Kapuzinerstraße 36/1, 4020 Linz
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