Cybercash "jenseits der halben Milliarde" für ORF

15. Juni 2000, 23:18

Küniglberg will sich fast zur Gänze von seinen Anteilen an der Internetprovidingfirma Highway 194 ("A-Online") trennen

Offiziell bestätigen mochte der ORF den STANDARD-Bericht auch Donnerstag nicht, wonach sich der Küniglberg fast zur Gänze von seinen Anteilen an der Internetprovidingfirma Highway 194 ("A-Online") trennen will. Unter Hinweis auf die erst kommenden Montag anberaumte Sitzung des ORF-Kuratoriums, das den Verkauf absegnen muss, kam keine Stellungnahme aus der öffentlich-rechtlichen Anstalt. Der Kaufmännische ORF-Direktor Alexander Wrabetz verwies lediglich auf "besondere Vertraulichkeit" - wie nach Berichten von Sitzungsteilnehmern auch im Finanzausschuss am Mittwoch, über den DER STANDARD berichtete

Dementsprechend bleiben von ORF wie Telekom Austria Angaben über die Summe für die 46,5 Prozent aus, die demnächst von der Telekom Richtung Küniglberg fließen soll. Ein ORF-Kurator sprach gegenüber dem STANDARD von einem "sehr guten Preis". Schon vor der Sitzung des Finanzausschusses wurde in Telekom-Kreisen ein "dreistelliger Millionenbetrag jenseits der halben Milliarde" kolportiert.

"Dazu kann ich nichts sagen", meint Telekom-Sprecher Michael Bredl auf STANDARD-Anfrage: "Wir sind mitten in Verhandlungen."

Klarer könnte man in zwei Wochen sehen, wenn die Telekom ihren "strategischen Zukunftsplan" präsentieren will, der zudem eine neue Internettochter beinhaltet.

Durch den Verkauf kommt die Telekom Austria auf 97,5 Prozent der Anteile an der Highway 194, der ORF zieht sich - wie berichtet - auf 2,5 Prozent zurück.

Laut Austrian Internet Monitor ist A-Online der größte kommerzielle Internetprovider Österreichs. ORF-intern wird der Rückzug damit begründet, dass Internetzugänge nicht zum Kerngeschäft eines Rundfunkunternehmens gehören. (fid)

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