BMW-Chef denkt an Abschied

30. Juli 2006, 17:10
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BMW-Chef Helmut Panke hat die Gewinnziele für das laufende Jahr bekräftigt und bereitet sich offenbar auf Abschied von der Konzernspitze vor

München - BMW-Chef Helmut Panke hat die Gewinnziele für das laufende Jahr bekräftigt und bereitet sich offenbar auf seinen Abschied von der Konzernspitze vor.

"Man kann jetzt schon sagen, auch auf der Finanzseite sind wir auf gutem Wege, das kommunizierte Ziel von vier Mrd. Euro vor Steuern zu erreichen", sagte er am Mittwochabend in München. BMW werde auch in den nächsten Jahren weiter wachsen. "Wir werden nicht nur dieses Jahr unsere Ziele erfüllen, sondern auch langfristig diesen Weg weitergehen", formulierte der Konzernchef.

Panke richtet sich offenbar auf einen baldigen Rückzug von seinem Amt ein. "Ich bin gerne Kapitän", wiederholte er sein Bekenntnis vom Mai, fügte aber hinzu: "Das Unternehmen läuft auch gut, wenn es ein anderer macht." Zur Frage nach möglichen Nachfolgern verwies er auf den übrigen Vorstand: "Die Ersatzbank ist gut besetzt." Nach einer ungeschriebenen Regel müssen sich Spitzenmanager bei BMW im Alter von 60 Jahren in den Ruhestand verabschieden. Panke wird noch dieses Jahr 60. Der Aufsichtsrat hat noch nicht über eine Vertragsverlängerung entschieden.

Absatzrekord

Der 43 Jahre alte Finanzvorstand Stefan Krause, der zu den Kandidaten für Pankes Nachfolge gezählt wird, sagte, er sei ein Befürworter des 60-Jahre-Limits.

Panke bekräftigte, BMW werde 2006 erneut einen Absatzrekord erreichen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern 1,3 Mio. Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verkauft. Die Absatzdelle von sieben Prozent im Juni in Deutschland begründete Panke mit saisonalen Effekten. "Das hängt damit zusammen, dass die Kunden während der Weltmeisterschaft nicht mehr in den Laden gegangen sind."

Gegen Währungsschwankungen aller Art sei das Unternehmen 2006 abgesichert. Im vergangenen Jahr hatte der schwache Dollar auf dem Gewinn des Autobauers gelastet. "Der Dollar kann dieses Jahr machen, was er will. Er schlägt nicht mehr auf das Ergebnis durch", sagte Panke. Auch die Rohstoffkosten habe BMW im Griff.

Panke lehnt größere Zusammenschlüsse nach dem Vorbild der geplanten Allianz der Autokonzerne General Motors, Nissan und Renault für BMW ab. Die Stärke des Münchener Autoherstellers sei seine Unabhängigkeit. "Wir sind profitabel, weil wir unabhängig sind. Und wir sind unabhängig, weil wir profitabel sind", sagte er. Mit strategischen Allianzen würde BMW sein Profil verlieren und unnötige Kompromisse machen müssen.

Kein Objekt

Einen Einstieg angelsächsischer Finanzinvestoren bei BMW hält Panke für unwahrscheinlich. "Wir sind interessant, aber wir sind kein Objekt", sagte er. Zudem verleihe die Familie Quandt als Großaktionär dem Unternehmen Stabilität. Derzeit halte die Familie rund 46 Prozent an BMW.

Der von den Aktionären genehmigte Aktienrückkauf stehe trotz des vergleichsweise niedrigen Aktienkurses nicht unmittelbar bevor. "Im Vorstand hat es seit der Hauptversammlung noch keine Diskussion gegeben", sagte Panke. (APA)

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    Nach einer ungeschriebenen Regel müssen sich Spitzenmanager bei BMW im Alter von 60 Jahren in den Ruhestand verabschieden. Panke wird noch dieses Jahr 60.

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