Deutsche Verbraucherzentrale geht gegen Media-Markt und Saturn vor

23. Juli 2006, 16:13
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Lockvogelangebote in der Kritik

Erstmals geht der deutsche Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) wegen Lockvogelangeboten gegen die Media-Markt-Zentrale in Ingolstadt vor. Dies berichtet das Wochenmagazin Werben & Verkaufen in seiner aktuellen Ausgabe. Anlass ist ein Sonderangebot vom 2. Januar, ein DVD-Player namens Slimline zum Spottpreis von 19 Euro - allerdings 'nur heute' (Werbetext). Online und in Anzeigen beworben, waren die Geräte am Aktionstag im Nu vergriffen, mancherorts schon nach zwei Stunden.

'Irreführung der Verbraucher'

'Irreführung der Verbraucher', meint der VZBV. Bereits Ende Mai gewannen die Berliner einen Rechtsstreit in dieser Sache - allerdings nur gegen die Media-Markt-Filiale Lingen. Die war damals medienrechtlich verantwortlich für die Internet-Seite der Kette www.mediamarkt.de und damit für den dortigen Hinweis auf die Preisaktion.

Stoff

Ermutigt durch den ersten Prozess wagt der VZBV nun den Frontalangriff gegen das Hauptquartier. 'Für bundesweite Werbung trägt die Verantwortung unseres Erachtens die Holding', heißt es aus dem Referat Rechtsdurchsetzung. An Stoff fehlt es nicht, um die These eines flächendeckenden Lockvogelangebots zu unterfüttern. Mehr als 50 Beschwerden aus dem gesamten Bundesgebiet liegen im Fall des DVD-Players vor - von Kunden, die sich veralbert fühlten ('Ich bin doch nicht blöd!'). 'Das könnte ein Präzedenzfall werden', so der VZBV.(red)

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