Lebhafte grenzüberschreitende Wertpapierinvestitionen

31. Juli 2006, 13:32
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Sowohl in- als auch ausländische Wertpapiere waren laut OeNB im ersten Quartal sehr gefragt

Wien - Die grenzüberschreitenden Wertpapierinvestitionen haben sich in Österreich im ersten Quartal weiterhin lebhaft entwickelt. Sowohl in- als auch ausländische Wertpapiere waren laut den neuesten Zahlungsbilanzdaten der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) sehr gefragt. Das im Ausland veranlagte Volumen heimischer Investoren lag demnach in den ersten drei Monaten dieses Jahres mit netto 18 Mrd. Euro mehr als 3 Mrd. Euro über dem bereits hohen Vergleichswert 2005. Inländische Wertpapiere wurden im Ausmaß von netto 15,5 (15) Mrd. Euro an das Ausland verkauft.

Insbesondere die Nachfrage der inländischen Investoren nach ausländischen Aktien und Investmentzertifikaten erhöhte sich, der entsprechende Nettokapitalexport wuchs in den ersten drei Monaten auf mehr als das Doppelte des Vergleichszeitraumes 2005 an.

Die Veranlagung österreichischer Wertpapierinvestoren im Ausland nahm in allen Wertpapierkategorien zu. Zwei Drittel der Zunahme gegenüber der Vergleichsperiode 2005 im Ausmaß von mehr als 3 Mrd. Euro entfielen auf den Ankauf von Anteilspapieren. Von den Nettoveranlagungen in Höhe von 18 Mrd. Euro entfiel knapp die Hälfte auf langfristige festverzinsliche Wertpapiere, 35 Prozent auf Geldmarkt- und 20 Prozent auf Anteilspapiere.

Kapitalimport

Beim Kapitalimport - also dem Verkauf von Wertpapieren ans Ausland - dominierten Geldmarktpapiere. Die ausländischen Investoren verfünffachten nahezu ihre Nachfrage, was zu einem Nettoabsatz von 6,5 Mrd. Euro führte. Beides steht laut OeNB im Gegensatz zum traditionellen Muster. Einen nicht unbeträchtlichen Beitrag zu dieser Entwicklung brachte die Platzierung von Austrian Treasury Bills (ATB) auf den internationalen Kapitalmärkten. An langfristigen Rentenpapieren wurden nur 5,5 Mrd. Euro an das Ausland verkauft. Für rund 3,5 Mrd. Euro netto und damit das Dreifache des Vergleichswertes wurden österreichische Aktien und Investmentzertifikate an das Ausland verkauft, darunter u.a. die Kapitalerhöhungen der Erste Bank und von Betandwin.

Auch die Direktinvestitionen bewegten sich in auf hohem Niveau. Die Neuveranlagungen im Ausland führten zu einem Nettokapitalexport von 1,2 nach knapp 1,5 Mrd. Euro. Neuinvestitionen in Unternehmen in Österreich übertrafen mit knapp 1,5 Mrd. Euro um rund 0,3 Mrd. Euro das Vorjahresergebnis. Dies sei zu einem großen Teil auf Kapitalaufstockungen zurückzuführen, so die OeNB.

Aus Sonstigen Investitionen, die insbesondere das grenzüberschreitende Kredit- und Einlagengeschäft beinhalten, sind netto mehr als 4 Mrd. Euro nach knapp 1,5 Mrd. Euro abgeflossen. Diese Entwicklung resultiert vor allem aus dem Einlagengeschäft des Bankensystems.

Offizielle Währungsreserven

Die offiziellen Währungsreserven nahmen transaktionsbedingt um mehr als 0,5 Mrd. Euro zu.

Die österreichische Leistungsbilanz ergab im ersten Quartal 2006 ein Aktivum von 4,5 (4,0) Mrd. Euro. Die Verbesserung ergab sich ausschließlich aus dem grenzüberschreitenden Güterhandel. Das Aktivum der Dienstleistungsbilanz stagnierte ebenso wie der Abgang aus der Teilbilanz Einkommen, während sich die Nettozahlungen an das Ausland aus Laufenden Transfers gegenläufig entwickelten.

Das Defizit aus grenzüberschreitenden Einkommen erreichte mit rund 0,5 Mrd. Euro in etwa den Vergleichswert 2005. Saldenverbesserungen bei Einkommen aus Direktinvestitionen und Wertpapierveranlagungen stand ein höherer Nettoaufwand gegenüber dem Ausland im Segment der Vermögenseinkommen aus Krediten und Einlagen gegenüber. (APA)

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