Premiere und Arena einig über deutsche Fußball Bundesliga-Rechte

23. Juli 2006, 16:13
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Fußball-Programm von Arena wird in 13 von KDG versorgte Bundesländer über die Plattform von Premiere übertragen

Ein großer Teil der Kunden des Bezahlfernsehsenders Premiere kann die Fußball-Bundesliga von August an doch über dessen Plattform live sehen. Premiere und der neue Rechteinhaber Arena hätten sich auf eine Kooperation zur Übertragung im Kabelfernsehen geeinigt: Das Fußball-Programm von Arena werde in den 13 von Kabel Deutschland (KDG) versorgten Bundesländern über die Plattform von Premiere übertragen, teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag mit. Einzelabonnements für Arena kosteten bei Premiere mit 14,90 Euro eben so viel wie bei Arena selbst. Die Kabelnetzbetreiber der Arena-Mutter Unity Media in Nordrhein-Westfalen und Hessen - ish, iesy und TeleColumbus - sowie Kabel Baden-Württemberg böten ihren Kunden im Gegenzug auch Premiere-Pakete an.

Premiere strahle das Arena-Angebot unverändert aus und erreiche damit technisch rund 9,6 Millionen Haushalte, hieß es. Über Satellit vermarktet Arena sein Programm allerdings wie geplant selbst. Mit dem größten deutschen Kabelnetzbetreiber KDG hatte sich Arena trotz monatelanger Verhandlungen nicht auf eine direkte Zusammenarbeit einigen können. KDG hatte stets erklärt, keinen Vertrag zu unterschreiben, der Verluste bringe.

Premiere war im Dezember im Bieterverfahren um die Live-Übertragungsrechte für die kommenden Bundesliga-Spielzeiten Arena überraschend unterlegen. Ohne eine Einigung mit Arena hätten Premiere-Kunden Fußball in den nächsten drei Spielzeiten bis 2009 nur über das geplante Internet-Fernsehen der Deutschen Telekom sehen können, für das Premiere die Fußballsendungen auch produzieren soll. Die Bundesliga-Saison beginnt am 11. August.

Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber KDG sieht seine Ziele durch die Kooperation von Premiere und Arena erreicht. KDG könne damit seinen Kunden die Bundesliga anbieten und sie von einem Wechsel zum Satelliten-Fernsehen oder zum schnellen Internet (DSL) abhalten, erläuterte ein KDG-Sprecher am Donnerstag.

In der Geschäftsbeziehung zu Premiere bleibe alles beim Alten: "Wir sind der technische Dienstleister für Premiere. Premiere hat die Programmrechte und die Kundenbeziehungen, wir transportieren das Programm", sagte der KDG-Sprecher. Um die Bundesliga schauen zu können, müssten die KDG-Kunden ein Premiere-Abo abschließen. Sowohl die Decoder von Premiere als auch die von Kabel Deutschland seien zum Empfang des Programms geeignet.

Auch die Deutsche Telekom will die Bundesliga live zeigen. Dazu hat sie einen Vertrag mit Premiere abgeschlossen. Der Sender soll das Programm produzieren, das über das DSL-Netz des Bonner Konzerns übertragen wird. Der Konzern hatte auch eine Option mit dem DSF zur Produktion der Bundesliga verabredet.(APA/Reuters)

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