US-Handelsbilanz - Erste Bank: Problem fast unlösbar

28. Juli 2006, 10:05
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Für unverändertes Defizit müssten Exporte um 50 Prozent stärker steigen als Importe - Handelsbilanzdefizit im Mai geringer als erwartet

Wien - Die Erste Bank hält das Problem des massiven Handelsbilanzdefizits der USA für fast unlösbar. "Allein die Tatsache, dass die Exporte um 50 Prozent stärker steigen müssen als die Importe, um das Defizit unverändert halten zu können, lässt Zweifel an einer möglichen Trendwende aufkommen", so die Zins- und Währungsexpertin der Erste Bank, Veronika Lammer, am Donnerstag in einer Kurzanalyse.

In den letzten Monaten sei es aber immerhin gelungen, das Defizit zu stabilisieren und dies obwohl die Aufwendungen für Ölimporte stark gewachsen sind. "Es entsteht also ein kleiner Hoffnungsstreifen am Horizont, dass dieses Ungleichgewicht, das wohl allen Volkswirten als Bedrohung der wirtschaftlichen Stabilität erscheint, langsam auch abgebaut werden könnte", so Lammer weiter. Es könnte sich aber auch nur um eine vorübergehende Beruhigung wie im Jahre 2003 handeln.

Der Dollar habe positiv reagiert, nachdem bereits die gestrige Meldung, wonach das US-Budgetdefizit deutlich niedriger als erwartet ausfallen dürfte, ein Signal in Richtung niedrigerer Finanzierungsbedürfnisse gesetzt hatte. Für eine wirkliche Trendwende am Dollar sei es jedenfalls zu früh, die Konsolidierung im Bereich 1,27 bis 1,28 dürfte sich aber fortsetzen.

Besser als erwartet

Das Defizit in der US-Handelsbilanz fiel im Mai mit 63,8 Mrd. Dollar (50,1 Mrd. Euro) besser aus als der Markt mit 64,9 Mrd. Dollar erwartet hatte. Gleichzeitig wurde das April Defizit geringfügig auf 63,3 Mrd. Dollar nach unten revidiert. Die Warenexporte konnten um knapp 3 Prozent zulegen, Dienstleistungsexporte um 1 Prozent. Die Warenimporte stiegen um knapp 2 Prozent, die Dienstleistungsimporte um 1 Prozent an.

Hinsichtlich der regionalen Defizite sticht China mit 17 Mrd. Dollar unverändert hervor, die Ausweitung betrug aber nur 700 Mio. Dollar, wohingegen das Defizit mit der OPEC um 2,2 Mrd. Dollar auf 10,2 Mrd. Dollar angestiegen ist, dann folgt bereits Euroland mit einer Ausweitung um 1,2 Mrd. Dollar auf 8,2 Mrd. Dollar. (APA)

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