"Tehran Times" warnt vor neuem Krieg in Nahost

21. Juli 2006, 07:38
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Ahmadinejad mit neuem "Lösungsplan" für Krisenregion

Teheran/Wien - Die iranische Zeitung "Tehran Times" hat in ihrer Internet-Ausgabe vor einem neuen Krieg im Nahen Osten gewarnt. Zudem beschuldigte das englischsprachige Organ der Islamischen Republik die internationale Gemeinschaft, zu den "brutalen Angriffen Israels auf palästinensische und libanesische Zivilisten" zu schweigen und so dem "zionistischen Regime freie Hand bei der Umsetzung seiner teuflischen Pläne" zu lassen.

"Wenn es der internationalen Gemeinschaft, einschließlich islamischer und arabischer Länder, und besonders dem UNO-Sicherheitsrat nicht gelingt, weitere israelische Aggressionen gegen den Libanon zu verhindern, wird sich der Nahe Osten bald mit einem neuen Krieg konfrontiert sehen, der zu weiteren Spannungen in der bereits krisengeschüttelten Region führen wird", schreibt der "Tehran Times"-Kommentator Hassan Hanizadeh. "Wenn Israel mit seinem Abenteurertum fortfährt, wird die Region sicher in naher Zukunft von einer Welle des Terrorismus erschüttert, der zweifellos ernste Auswirkungen für den Westen haben wird", warnt das Blatt.

Laut "Tehran Times" sind die - vom Iran unterstützten - schiitschen Hisbollah-Kämpfer am Mittwoch "den unschuldigen Palästinensern zu Hilfe geeilt, als sie zwei israelische Soldaten an der Grenze des Südlibanon gefangen nahmen." Weiters schreibt das Blatt: "Die Palästinenser im Gazastreifen sind seit mehr als zwei Wochen barbarischen Angriffen des zionistischen Regimes ausgesetzt, nur weil Militante einen israelischen Soldaten gefangen haben mit dem Ziel, ihn für hunderte in israelischer Haft befindliche palästinensische Gefangene, darunter Frauen und Kinder, auszutauschen".

Unterdessen hat der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad neue "Pläne" zur Lösung der Krise im Nahen Osten präsentiert. Laut amtlicher iranischer Nachrichtenagentur IRNA forderte er zugleich die "Beschützer Israels" auf, sich für eine seiner Ideen zu entscheiden, "bevor der Zorn der Nationen der Region explodiert". Bei einer Tour durch den Nordost-Iran machte Ahmadinejad zwei "Vorschläge": Die Schutzherrn Israels sollten so, wie sie "dieses Regime" geschaffen hätten, es wieder beseitigen. Oder sie müssten die Voraussetzungen für ein Referendum schaffen, an dem alle Palästinenser teilnehmen könnten. (APA)

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