Islamische Miliz hält Hafen von Mogadischu unter Kontrolle

14. Juli 2006, 16:48
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Sämtliche Regierungsgebäude sollen an die Union übergeben werden

Mogadischu - Islamische Milizen haben nach der Einnahme der somalischen Hauptstadt Mogadischu den wichtigsten Hafen der Stadt ohne Widerstand unter ihre Kontrolle gebracht. Das verkündete der Vorsitzende der Union der Islamischen Gerichte, Scheich Sharif Sheikh Ahmed, am Mittwoch. Zugleich forderte er, dass sämtliche Regierungsgebäude an die Union übergeben werden müssten. Die Islamisten hatten bereits am Sonntag die vollständige Einnahme von Mogadischu verkündet.

Ein Sprecher der in Baidoa angesiedelten somalischen Übergangsregierung erklärte, die Übergangsregierung habe nichts gegen die Einnahme des Hafens einzuwenden, solange dieser später an sie übergeben werde. Sollten die Islamisten diesen oder andere Einrichtungen aber kontrollieren wollen, "würde das kompliziert werden", sagte der Sprecher.

Ein Toter bei Demonstrationen

Bei Protesten von Straßenhändlern gegen zu hohe Abgaben in der nördlich von Modagischu gelegenen Stadt Johwar wurde ein Demonstrant getötet und etwa 30 weitere festgenommen. Nach Augenzeugenberichten hatten etwa 400 Straßenhändler gegen die als zu hoch empfundene Steuerlast protestiert. Angehörige der islamischen Miliz hätten die Menge durch Schüsse auseinandergetrieben. Ein Islamistenführer nannte die Organisationen des Protestmarsches "Feinde der Islam" und kündigte an, alle zu verhaften. (APA/AFP)

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