Ex-Infineon-Chef soll an Sponsoring-Verträgen beteiligt gewesen sein

30. Juli 2006, 17:24
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Erster Strafprozess rund um Infineon-Schmiergeldaffäre - Ulrich Schumacher soll mitverhandelt haben

München - Der ehemalige Infineon-Chef Ulrich Schumacher soll in die Verhandlungen über Motorsport-Sponsoring-Verträge einbezogen gewesen sein. Das sagte der Rennteam-Chef Horst Farnbacher am Mittwoch im Prozess um den Korruptionsskandal bei Infineon vor dem Landgericht München I. Angeklagt ist der Unternehmensberater Ralf Udo Schneider, der sich wegen Bestechung und Untreue im besonders schweren Fall verantworten muss. Es handelt sich um das erste Strafverfahren um die Schmiergeldaffäre bei dem Halbleitersteller.

1,5 Millionen Schaden

An den Verhandlungen für das Motorsport-Sponsoring hätten neben Schneider auch Schumacher und der ehemalige Infineon-Vorstand Andreas von Zitzewitz persönlich teilgenommen, sagte Farnbacher. Sie seien von allen Beteiligten "gleichwertig" geführt worden. Der angeklagte Unternehmensberater Schneider soll von Infineon bezahlte Werbeflächen für Rennsportveranstaltungen teils an andere Sponsoren weiterverkauft haben. Der Schaden für Infineon soll sich auf 1,5 Millionen Euro belaufen.

Farnbacher räumte ein, für die Jahre 2001 bis 2004 jeweils gleich lautende Verträge mit Infineon und dem Unternehmen BF Consulting von Schneider abgeschlossen zu haben. "Schneider war für mich Infineon", sagte der Zeuge. Das Unternehmen habe bezahlt und er habe seine Leistung, die jeweils in Werbung auf zwei bis drei Rennwagen bestand, erbracht. "Mehr hat mich nicht interessiert", sagte Farnbacher. Bei einer früheren Vernehmung hatte Farnbacher angegeben, er habe auf Druck Schneiders gehandelt. Wenn er die gleich lautenden Verträge mit dem BF-Chef nicht unterschrieben hätte, hätte ihm dieser die Abschlüsse mit Infineon nicht vermittelt, hatte Farnbacher erklärt.

Schumacher bestreitet Vorwürfe

Gegen Zitzewitz und den ehemaligen Infineon-Manager Harald Eggers sowie gegen Farnbacher wird gesondert ermittelt. Der Zeuge kam in Begleitung seines Anwalts zu dem Verhandlungstermin. Er habe Schumacher nach der ersten Vertragsverhandlung nur noch "bei Events gesehen", sagte Farnbacher. Der Ex-Vorstandschef habe verschiedentlich geäußert: "Wir machen weiter". Schumacher, der den Korruptionsvorwurf bestreitet, ist nicht als Zeuge vorgeladen. Der geständige Zitzewitz soll bei der Fortsetzung des Prozesses an diesem Freitag gehört werden. Über einen Ablehnungsantrag der Verteidigung wegen Befangenheit gegen die Berufsrichter der Wirtschaftsstrafkammer ist noch nicht entschieden. (APA/dpa)

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