Touristiker rechnen mit Supersommer 2008

12. Juli 2006, 18:49
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Die EM könnte bis zu 1,8 Millionen zusätzlichen Hotelübernachtungen bringen

Wien - 2008 könnte ein Supersommer werden für Österreichs Tourismusbetriebe - nicht nur was die Auslastung der Hotels betrifft. Auch die Besitzer von Eissalons, Souvenierläden und Würstlständen in den Austragungsstädten der Fußball-EM glauben, das große Los gezogen zu haben.

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) rechnet mit 1,5 bis 1,8 Millionen zusätzlichen Nächtigungen, von denen nicht nur Wien, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck profitieren sollten, sondern auch das Umland mit den Mannschaftshotels. "Wir gehen davon aus, dass sich die Auslastung in den betroffenen Gebieten auf Jahresbasis um zehn bis zwölf Prozent erhöht und der Umsatz um 15 Prozent steigt", sagte ÖHV-Generalsekretär Thomas Reisenzahn dem Standard. Besonders Wien und Klagenfurt könnten aufgrund ihrer - auch ohne EURO 2008 - guten Juni-Auslastungen verstärkt die Umgebungsorte mitversorgen. Besonders begünstigt sei Wien, weil hier neben den Vorrundenspielen auch die Viertel- und Halbfinali sowie das Endspiel ausgetragen werden.

Weder in Wien noch in Salzburg, Innsbruck oder Klagenfurt fürchtet man, zu wenig Betten zu haben. "In Wien kommen wir derzeit auf etwa 43.000 Gästebetten, bis 2008 kommen noch 2000 bis 3000 dazu", sagte Wiens Tourismusdirektor Karl Seitlinger. "Das sollte reichen."Zu klären sei, wer in Österreich für die EURO zuständig ist und wer wie viel Geld hergibt. Am Montag wird es auf Einladung der Österreich Werbung erste Gespräche mit Vertretern aller vier Austragungsorte geben.

Bert Brugger, Chef der Tourismus Salzburg GmbH, glaubt, mit den 10.000 Betten in der Stadt das Auslangen zu finden, zumal es im Land Salzburg noch einmal 700.000 Betten gebe. Innsbruck hat etwa 8000 Gästebetten, inklusive Umlandgemeinden sind es 60.000. Klagenfurt verfügt über knapp 4000 Gästebetten, in der Wörtherseeregion sind es etwa 8000.

Das mit der EM-Organisation befasste Unternehmen EURO 2008, eine UEFA-Tochter, lässt schon eifrig nach Quartieren für Mannschaften, Betreuer, Medien und Funktionäre suchen. Verantwortlich dafür ist das Reiseunternehmen Kuoni.

Hohe Preise

"Wir gehen davon aus, dass Hochsaisonpreise verlangt werden, auch wenn die Spiele im Juni stattfinden", sagte der Sprecher der EURO 2008, Wolfgang Eichler.

150.000 Übernachtungen werden allein für die EM-Teilnehmer samt Anhang kalkuliert. Etwa 100.000 davon sollten in Österreich anfallen, sagen Hotelfachleute - 70.000 bis 80.000 davon allein in Wien. Das Wiener Messezentrum wird während der EM als TV-Stützpunkt genutzt und von 2000 bis 3000 Fernsehleuten frequentiert werden. (stro - DER STANDARD PRINTAUSGABE 13.7. 2006))

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