Verkauf der "sauberen Versionen" von Hollywood-Filmen gesetzwidrig

9. Juli 2007, 11:33
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Gewalt- und Nacktszenen dürfen nicht geschnitten und die "sauberen Versionen" auf DVD oder Video verkauft werden

Gewalt- und Nacktszenen in Hollywood-Filmen dürfen nicht geschnitten und die "sauberen Versionen" auf DVD oder Video verkauft werden. Das entschied jetzt ein Richter in Denver (Colorado) laut US-Medienberichten vom späten Dienstagabend. Fünf große Hollywood-Studios und die Regisseurvereinigung Directors Guild of America (DGA) hatten verschiedene Videovertreiber in den USA wegen Verletzung der Urheberrechte verklagt. Auf Anordnung des Richters müssen die Videovertreiber innerhalb von fünf Tagen ihr gesamtes Inventar zensierter Filme an die Hollywood-Studios abgeben und den Verkauf sofort beenden, sonst drohen ihnen saftige Geldstrafen.

Harmlos

Unternehmen wie "CleanFlicks", "Clean Cut", "Family Flix" in US-Staaten wie Utah, Idaho und Colorado zensieren seit Jahren erfolgreiche Hollywood-Filme, die moralischen Vorstellungen nicht entsprechen: Geschnitten wurden beispielsweise Szenen mit Kate Winslet oben ohne in "Titanic", blutige Anfangsszenen in "Der Soldat James Ryan" oder schlüpfrige Witze von Owen Wilson und Vince Vaughn in der Komödie "Die Hochzeits-Crasher". Die harmloseren Versionen wurden dann über das Internet verkauft oder verliehen.

Schaden

Diese Praxis bedeute einen "nicht wieder gut zu machenden Schaden für die künstlerischen Ausdruck. Es besteht ein öffentliches Interesse daran, diesen Schutz zu gewährleisten. Ihr Unternehmen ist deshalb rechtswidrig", sagte der Richter in seiner Urteils- Begründung. Die DGA, der Hollywood-Regisseure wie Martin Scorsese, Steven Spielberg und Steven Soderbergh angehören, hatte in ihrer Klage zuvor betont, sie sehen den Vertrieb der "sauberen Versionen" ihrer Filme als Zensur an. Es sei, als ob man Seiten aus einem Buch herausreiße, die man nicht möge, hieß es.

"Die Zuschauer können sich jetzt sicher sein, dass die Filme, die sie kaufen oder leihen, wirklich der Version des Filmemachers entspricht und nicht der willkürlichen Entscheidung eines Dritten", erklärte der DGA-Vorsitzende Michael Apted.

Revision

Der Chef des Videovertreibers CleanFlicks, Ray Lines, kündigte in der "Salt Lake City Tribune" an, in Revision zu gehen. "Wir sind sehr enttäuscht. Das ist ein typischer Fall von David gegen Goliath. Hollywood hat das Ende neu geschrieben. Wir werden den Kampf weiter führen", so Lines.(APA/dpa)

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