EU rechnet mit solidem Wachstum in Euro-Zone

30. Juli 2006, 17:54
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Für das abgelaufene zweite Quartal erwartet die EU-Kommission ein Wachstum zwischen 0,4 und 0,8 Prozent

Brüssel - Die Wirtschaft in der Euro-Zone dürfte nach Prognosen der EU-Kommission im zweiten Halbjahr ihr solides Wachstum fortsetzen. Zugleich bestätigte das EU-Statistikamt am Mittwoch die Wachstumszahlen für das erste Quartal in der zwölf Länder umfassenden Euro-Zone. Dies nährte Erwartungen, dass sich die Wirtschaft trotz gestiegener Ölpreise und höherer Zinsen auf Erholungskurs befindet. Experten rechnen jedoch mit einer weiteren Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) Anfang August.

Nach Berechnungen des Europäischen Statistikamts hat sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den ersten drei Monaten 2006 zum vorangegangenen Quartal auf 0,6 Prozent verdoppelt. Zum Vorjahresquartal ergebe sich ein Plus von 2,0 Prozent, teilte Eurostat mit. "Die Bestätigung, dass die Wirtschaft in der Euro-Zone im ersten Quartal gewachsen ist, festigt Erwartungen, dass die EZB Anfang August die Zinsen um 25 Basispunkte erhöht", sagte Howard Archer, Volkswirt bei Global Insight.

Zurückhaltung bei der Schätzung

Für das abgelaufene zweite Quartal erwartet die EU-Kommission ein Wachstum zwischen 0,4 und 0,8 Prozent zum Vorquartal. Im Juni hatte die Kommission noch mit 0,5 bis 0,9 Prozent gerechnet. Auch für das dritte Quartal setzte die Exekutive der EU ihren Wachstumsausblick auf 0,3 bis 0,7 Prozent von 0,5 bis 0,9 Prozent herab. "Ich denke die Schätzungen sind immer noch ein bisschen zurückhaltend", sagte Holger Schmieding, Analyst bei der Bank of America.

Für das vierte Quartal hob die EU-Kommission ihre Prognose jedoch auf 0,5 bis ein Prozent von 0,4 bis ein Prozent an. Sie lieferte keine Begründungen für den geänderten Ausblick.

Der finnische Finanzminister Eero Heinaluoma warnte trotz des sich andeutenden soliden Wachstums in der Euro-Zone vor zu viel Optimismus. Die hohen Ölpreise könnten die Wachstumsperspektiven "sehr, sehr stark schwächen", sagte er im Europäischen Parlament. Finnland hält derzeit die EU-Ratspräsidentschaft. (APA/Reuters)

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