Teilzeit für Ältere statt Gleitpension ab 45 Jahren

30. Juli 2006, 17:01
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Pläne des Landesenergieversorgers Salzburg AG sorgen für Wirbel - Pensionsexperte Marin: "Sterbebegleitung"

Salzburg – Mitarbeiter mit zumindest 25 Jahren Betriebszugehörigkeit können beim regionalen Energie-, Verkehrs- und Telekommunikationsversorger Salzburg AG in Zukunft ein neues Teilzeitmodell in Anspruch nehmen.

Die Möglichkeiten reichen von Verkürzungen der täglichen Arbeitszeit über eine Viertageswoche bis zu Jahresarbeitszeitmodellen und Blockvarianten, erläutert Unternehmenssprecher Sigi Kämmerer im Standard-Gespräch. Das Modell sei mit dem Betriebsrat akkordiert und auf „absolute Freiwilligkeit“ aufgebaut.

"Gleitpension"

Die neue Arbeitszeitvariante bei der Salzburg AG hatte im Vorfeld medial hohe Wellen geschlagen. Die Salzburger Nachrichten berichteten von einem „Gleitpensionsmodell“ ab 45 Jahren. Sozialexperte Bernd Marin soll die Variante laut SN gar mit dem Angebot einer „Sterbebegleitung“ ab 55 verglichen haben.

Ein derartiges Gleitpensionsmodell „gibt es nicht“, heißt es in einer Stellungnahme der Salzburg AG. Es würden auch keine Pensionsversicherungsbeiträge außerhalb der gesetzlichen Verpflichtungen geleistet. Das Unternehmen würde für ältere Teilzeitarbeitskräfte weiter den vollen Betrag als freiwillige Sozialleistung in die Betriebspensionskasse einzahlen. Mit dem bis Ende 2008 befristeten Angebot will die Salzburg AG vor allem auf das hohe Durchschnittsalter im Betrieb von 43 Jahren reagieren, ohne Kündigungen Personalkosten reduzieren, aber gleichzeitig das Know-how der Älteren behalten.

Von den rund 2000 Beschäftigten beim Landesenergieversorger kommen über 500 für die nach skandinavischen Vorbildern konzipierte, freiwillige Altersteilzeit infrage. Wenn 50 Mitarbeiter mit einer Vier-Tage-Woche eine 20-prozentige Arbeitszeit- und Lohnkürzung wählten, würden zehn neue Vollarbeitsplätze frei werden, rechnet Personalchef Michael Schaffer vor. Schaffer glaubt, dass bis zum Ende der Aktion weit mehr als hundert Beschäftigte das Angebot annehmen werden. (Thomas Neuhold, DER STANDARD Printausgabe, 13.07.2006)

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