Referendum über Unabhängigkeit von Transnistrien am 17. September

14. Juli 2006, 17:29
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Abspaltung von Moldau und Anschluss an Russland vorgesehen

Tiraspol - In einem Referendum sollen die Bürger des abtrünnigen Transnistriens ("Dnjestr-Republik") am 17. September über ihre Unabhängigkeit von Moldau abstimmen. Das entschied am Mittwoch das Parlament der russischsprachigen Region. Die Abgeordneten votierten fast einstimmig für das Referendum, das die Abspaltung von Moldau und später einen "freien Anschluss" an die Russische Föderation legitimieren soll.

Die ehemalige Sowjetrepublik Moldau hatte 1990 Rumänisch als offizielle Landessprache eingeführt. Daraufhin hatte sich Transnistrien für unabhängig erklärt. 1992 nach einem bewaffneten Konflikt, in der sich die ehemalige sowjetische 14. Armee an die Seite der Separatisten stellte, verlor Moldau die Kontrolle über die Region im Osten seines Territoriums. Seitdem sind in der Republik russische Soldaten stationiert. Die Unabhängigkeit Montenegros von Serbien nach einem Referendum im Mai hatte in der Dnjestr-Republik die Abspaltungstendenzen verstärkt.

Auswirkungen

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat im Mai angedeutet, dass eine Unabhängigkeit der mehrheitlich von Albanern bewohnten serbischen Provinz Kosovo auch Auswirkungen auf den Transnistrien-Konflikt haben könnte. Abchasien und Transnistrien (abtrünnige Gebiete von Georgien bzw. Moldau) seien "russische Gebiete", die "aus Russland herausgerissen" worden seien, betonte er.

Mitte März waren Friedensverhandlungen zwischen Moldau und Transnistrien unterbrochen worden. Sie werden seit dem Jahr 1993 mit Unterbrechungen und ohne nennenswerte Fortschritte geführt. (APA)

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