Blackstone: Größter Fonds aller Zeiten aufgelegt

23. Juli 2006, 16:16
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Firmenübernahmen im Wert von bis zu 80 Mrd. Dollar möglich

Der US-Finanzinvestor Blackstone hat den größten Fonds aller Zeiten für Unternehmenskäufe aufgelegt. Insgesamt konnte das Unternehmen, das unter anderem an der Deutschen Telekom beteiligt ist, 15,6 Mrd. Dollar an Eigenkapital einsammeln, mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr 2002, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Diese Rekordsumme könnte laut Blackstone-Chef Stephen Schwarzmann in Zukunft Transaktionen in bisher unvorstellbarer Größe und Komplexität ermöglichen.

Inklusive der üblichen Kreditfinanzierung sei es Blackstone nun möglich, Unternehmen im Wert von bis zu 80 Mrd. Dollar zu erwerben, rechnet die FTD vor. Damit könnte Blackstone, das sich im April mit 4,5 Prozent bei der Deutschen Telekom eingekauft hat, zumindest finanziell gesehen nun sogar eine Komplettübernahme des Bonner Konzerns stemmen. Über ein solches Milliardenprojekt war vor einigen Wochen bereits spekuliert worden . Der Börsenwert der Deutschen Telekom beläuft sich nach Analystenschätzung derzeit auf rund 54 Mrd. Euro.

Wegen der hohen Renditechancen verzeichnen Finanzinvestoren derzeit ein blühendes Geschäft. Allein in Deutschland haben Private-Equity-Unternehmen laut einer Studie der Wirtschaftsberater von Ernst & Young in den ersten sechs Monaten des Jahres 2006 mehr Transaktionen durchgeführt und dabei mehr Geld ausgegeben als je zuvor. Demnach kletterte das Volumen der entsprechenden Investitionen um 17 Prozent auf 20,8 Mrd. Euro. Die Zahl der Transaktionen stieg um 25 Prozent auf 106.

Die größte Transaktion im ersten Halbjahr 2006 war der Verkauf der Immobilien der KarstadtQuelle AG an Whitehall für 4,5 Mrd. Euro. Europcar ging für 3,1 Mrd. Euro an Eurazeo. Blackstone hat für seinen Anteil an der Deutschen Telekom knapp 2,7 Mrd. Euro auf den Tisch gelegt. Geht es nach den Prognosen der Analysten soll der Boom bei den Finanzinvestitionen anhalten. In den kommenden Monaten sei mit weiteren sehr großen Transaktionen zu rechnen, prognostiziert Wolfgang Taudte, Partner bei Ernst & Young.(pte)

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