Adlerbrut am Truppenübungsplatz

19. Juli 2006, 14:13
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Seeadler haben sich in Allentsteig niedergelassen - Schutzzone eingerichtet

Wien - Über die erste Seeadlerbrut auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig freuen sich der WWF (World Wide Fund for Nature), Lebens- und Verteidigungsministerium: Ein Vogelpaar hatte das militärische Übungsgelände im Waldviertel als "Wohnsitz" auserkoren, allerdings mitten im Schussfeld der schweren Artillerie, weshalb der Horststandort zur Schutzzone erklärt wurde.

Dennoch "klappte" es nicht sofort. Heuer sind die Seeadler in ein geschütztes Waldstück "umgezogen" - nun ist zweifacher Nachwuchs da.

Betreten verboten

Für Ottokar Jindrich, Naturschutzbeauftragter des Verteidigungsministeriums, ist der Schutz gefährdeter Tierarten Pflicht: "Es ist für das Bundesheer eine große Freude, dass unsere langjährigen Schutzbemühungen am Truppenübungsplatz Allentsteig nun zu diesem Erfolg geführt haben." In dem naturnahen Gebiet finden die Vögel noch geeigneten Lebensraum. Ein Betreten des Geländes ist natürlich aus Sicherheitsgründen streng untersagt - vielleicht ein Grund, warum die störungsempfindlichen Vögel nun hier brüten.

Der Nachwuchs im Waldviertel ist gerade heuer besonders wichtig: "Die Brutbilanz sieht ansonsten nicht so erfreulich aus", berichtet Jutta Jahrl vom WWF. "Von fünf Brutpaaren haben nur zwei erfolgreich gebrütet. Die Seeadler sind noch nicht über den Berg."

Giftopfer

Der WWF und das Lebensministerium arbeiten seit Jahren intensiv für den Schutz der gefährdeten Seeadler. Seit 1946 waren die eindrucksvollen Tiere, die als österreichische Wappenvögel gelten, hier zu Lande ausgestorben und nur als Wintergäste zu beobachten. 2001 gab es die erste erfolgreiche Brut. Seither brüten wieder jedes Jahr einige Paare in Österreich. Neben Störungen am Horstplatz stellen vor allem Giftköder ein massives Problem für die seltenen Vögel dar. Bereits 16 Seeadler sind der Aussendung zufolge diesen illegal ausgelegten Fallen zum Opfer gefallen. WWF und Lebensministerium kämpfen in der Aktion "Vorsicht Gift!" mit Hilfe der Jägerschaft gegen diese Gefahr für den Artenschutz. (APA)

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