Kollisionsschutz für Großtrappen

19. Juli 2006, 14:13
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Projekt im Burgenland: Stromleitungen werden zum Schutz der Tiere mit Bojen versehen

Eisenstadt - Ein neues Life Projekt im Burgenland beschäftigt sich mit dem grenzüberschreitenden Schutz der Großtrappen - Vögel, die weltweit vom Aussterben bedroht sind. Kollisionen mit Leitungsdrähten von Mittel- und Hochspannungsleitungen stellen die größte Gefahr sowohl für Alt- als auch für Jungtiere dar. Aus diesem Grund werden jetzt an exponierten Stellen wie der Parndorfer Platte die Stromleitungen mit schwarzen und weißen Bojen versehen.

"Wir wollen mit diesen Bojen erreichen, dass die Trappen die Drähte früher und vor allem besser sehen", erklärte Rainer Raab, der dieses Projekt in den nächsten fünf Jahren begleiten wird. "Die Vögel sollen noch bevor sie mit den Stromdrähten kollidieren abdrehen. Immerhin sind im Gemeindegebiet von Zurndorf in den vergangenen Monaten drei Trappen in den Stromleitungen verunglückt."

Länderübergreifendes Projekt

Die Kosten für das auf fünf Jahre angelegte Projekt, das auch in Ungarn und der Slowakei durchgeführt wird, betragen über 5,8 Millionen Euro. Für diese Summe benötigt das Life Projekt zum Trappenschutz Partner, einer davon ist der Verbund. Er investiert 1,1 Millionen Euro in den Schutz der bedrohten Großtrappe.

Auf Hochspannungsleitungen werden derzeit im Burgenland und im niederösterreichischen Weinviertel bis Ende August Warntafeln montiert. "Neue wissenschaftliche Erkenntnisse besagen, dass die bereits auf Hochspannungsleitungen eingesetzten Warnkugeln nicht ausreichen", erklärte Heinz Kaupa vom Verbund. Außerdem seien weiße und schwarze Bojen bei wechselnden Lichtverhältnissen für die Tiere besser wahrnehmbar als farbige.

Derzeit erhole sich der Bestand des schwersten flugfähigen Vogels im westpannonischen Raum gut. Der Winterbestand erhöhte sich im Zeitraum von 1995/96 bis 2005/06 von 129 auf 310 Tiere. (APA)

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