Burgstaller würde in Salzburg Schüssel klar schlagen

12. Juli 2006, 12:33
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Fiktive Bundeskanzlerwahl: 36 Prozent für Schüssel, 13 Prozent für Alfred Gusenbauer - Bei Antritt Burgstallers: 46 Prozent

Salzburg - Als Kanzlerkandidatin würde die Salzburger LH Gabi Burgstaller nicht nur den Spitzenkandidaten der SPÖ, Alfred Gusenbauer, haushoch schlagen, sondern auch dem amtierenden Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) Stimmen kosten. Das geht aus einer im Auftrag der Bezirksblätter Salzburg vom Grazer Meinungsforschungsinstitut GMK durchgeführten repräsentativen Umfrage im Bundesland Salzburg hervor, die in der Mittwoch-Ausgabe veröffentlicht wurde.

46 Prozent der Stimmen

Demnach erreicht Schüssel bei der (fiktiven) Bundeskanzlerdirektwahl 36 Prozent der Stimmen, sein Herausforderer Alfred Gusenbauer kommt auf 13 Prozent - und schneidet, gemessen am Potenzial seiner Partei deutlich schlechter ab als der Spitzenkandidat der Grünen, Alexander van der Bellen (13 Prozent). Tritt Burgstaller anstelle von Gusenbauer an, sieht das Ergebnis ganz anders aus: Salzburgs Landeshauptfrau bekäme 46 Prozent der Stimmen aus Salzburg, Schüssel hingegen würde zurückfallen und mit einem knappen Viertel (23 Prozent) der Salzburger Wählerstimmen vorlieb nehmen müssen. 27 Prozent der deklarierten ÖVP-Wähler würden in diesem Fall für Burgstaller stimmen. "Man kann davon ausgehen, dass das auch einen wesentlichen Effekt auf das Parteiergebnis hätte", analysiert GMK-Meinungsforscher Anton Leinschitz.

Jeder Fünfte will, dass Burgstaller bleibt

Auch wenn für jeden zweiten Salzburger (50 Prozent) klar ist, dass Burgstaller die ideale Spitzenkandidatin der SPÖ ist (nur neun Prozent sprechen sich in diesem Punkt für Gusenbauer aus, ebenfalls magere 14 Prozent für Wiens Bürgermeister Michael Häupl), so spricht sich dennoch nur jeder Fünfte (20 Prozent) dafür aus, dass sie Salzburg den Rücken kehrt und in die Bundespolitik geht. Jeder Zweite will, dass sie weiterhin Landeshauptfrau bleibt.

Sogar die Salzburger ÖVP-Wähler auf Bundesebene wünschen sich zu 48 Prozent, dass sie in Salzburg bleibt. Allerdings nicht, weil sie Burgstaller die Fähigkeit, Österreich als Kanzlerin zu regieren, absprechen: 60 Prozent der Salzburger trauen Burgstaller dieses Amt sehr bzw. ziemlich zu, anderer Meinung sind 36 Prozent. Auch in diesem Punkt schneidet die Salzburger Landeshauptfrau sogar bei Bundes-ÖVP-Wählern gut ab: Von ihnen sagen 48 Prozent, sie trauen ihr das Kanzleramt sehr bzw. ziemlich zu. Wären bereits am kommenden Sonntag Nationalratswahlen (und Gusenbauer bleibt der Spitzenkandidat der SPÖ), so würde die ÖVP in Salzburg 48 Prozent der Stimmen erreichen, die SPÖ käme auf 31 Prozent, die Grünen auf zehn Prozent, die FPÖ auf acht Prozent und das BZÖ auf zwei Prozent.

Die GMK-Umfrage wurde telefonisch vom 5. bis 7. Juli durchgeführt, wobei 400 Personen ab 18 Jahren befragt wurden. Die Schwankungsbreite beträgt plus/minus fünf Prozent. (APA)

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