Konkurse treiben Menschen aus dem Jobmarkt

30. Juli 2006, 17:14
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Selbst zehn Jahre nach Insolvenz haben betroffene Arbeitnehmer eine niedrigere Beschäftigungsquote als der Durchschnitt

Linz/Wien - Der Konkurs einer Firma ist für die Beschäftigen nicht nur ein akutes Problem. Wie Wissenschafter des Instituts für Volkswirtschaftslehre der Uni Linz herausfanden, haben speziell ältere Personen auch zehn Jahre nach einer Insolvenz noch eine geringere Beschäftigungsquote als der Durchschnitt. Konkursgeschädigte Arbeitnehmer müssen außerdem mit niedrigeren Löhnen auskommen, erklärte Studienautor Rudolf Winter-Ebmer gegenüber der APA. Die Untersuchungen wurden vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) unterstützt.

Die Forscher haben für ihre Arbeiten auf anonymisierte Daten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger zurück gegriffen. Im Mittelpunkt standen Arbeitnehmer zwischen 35 und 55 Jahren. Ausgangspunkt war jeweils der Zeitpunkt des Konkurses, anschließend wurde überprüft wie viele Arbeitnehmer nach einem bestimmten Zeitraum wieder ein Beschäftigungsverhältnis hatten.

23 Prozent nach zehn Jahren immer noch ohne Job

"Wir kamen auf eine Beschäftigungsquote von 77 Prozent nach fünf Jahren, in einer zum Vergleich betrachteten Kontrollgruppe - Arbeitnehmer ohne Konkurs - lag dieser Wert bei 90 Prozent", sagte Winter Ebmer. Selbst nach zehn Jahren nach der Insolvenz war der Unterschied bei der Beschäftigungsquote noch deutlich.

Ein Konkurs bedeutet für Arbeitnehmer aber nicht nur langfristig eine höhere Gefahr für Arbeitslosigkeit, sondern auch Lohn-Einbußen. Das Lohnniveau sinkt nach der Insolvenz um durchschnittlich fünf Prozent, diese Differenz wird im Verlaufe des weiteren Arbeitslebens auch nicht mehr aufgeholt, so die Experten. (APA)

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