40 Mrd. Dollar für bessere Energieversorgung in Südosteuropa

28. Juli 2006, 10:54
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Notwendige Investitionen um Erzeugung, Übertragung und Verteilung von elektrischer Energie in den Ländern Südosteuropas Bedarf anzupassen

Washington/Wien - Investitionen von rund 40 Mrd. US-Dollar (31,4 Mrd. Euro) sind laut Weltbank notwendig, um in den kommenden 15 Jahren die Erzeugung, Übertragung und Verteilung von elektrischer Energie in den Ländern Südosteuropas an den steigenden Bedarf anzupassen. Durch das rapide Wachstum in der Region Europa und Zentralasien (ECA) sind die Energieressourcen angespannt, neue Investitionen sind daher entscheidend, um die wirtschaftliche Entwicklung aufrecht zu erhalten und die Umweltbedingungen zu verbessern, so die Weltbank.

Derzeit würden in der Region Europa und Zentralasien 41 Energieprojekte mit rund 2,7 Mrd. Dollar an Krediten und Darlehen unterstützt, teilte die Weltbank im Vorfeld des am Wochenende in St. Petersburg stattfindenden G-8-Gipfels am Mittwoch mit.

Energiesicherheit

In Zeiten steigender Ölpreise und Unsicherheiten über die Gasversorgung komme der Energiesicherheit beim kommenden G-8-Gipfel besondere Bedeutung zu. "Europa und Zentralasien sind reif für substanzielle Investitionen und Änderungen", so die Weltbank in ihrem Bericht. Viele Volkswirtschaften in der Region seien auf billiger Energie aus der ehemaligen Sowjetunion aufgebaut worden. Nunmehr, da Russland auf dem Wege ist, marktgerechte Preise für das gelieferte Gas zu verlangen, würden Fragen der Energieeffizienz und Diversifizierung noch drängender. Den Menschen saubere, verlässliche und und ausreichend Energie zur Verfügung zu stellen, habe für die Weltbank seit vielen Jahren Priorität.

Ein Milliarden-Dollar-Programm sei die ambitionierteste Initiative, die die Weltbank in den letzten Jahren zur Schaffung eines integrierten Energiemarktes in den neun Ländern Südosteuropa gesetzt habe. Zur Energie-Gemeinschaft Südosteuropa zählt die Weltbank Albanien, Bosnien & Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Rumänien, Serbien, Montenegro und die Türkei. Der Kosovo und die EU-Länder Österreich, Griechenland, Ungarn, Italien und Slowenien seien ebenfalls involviert. Das Programm, das 2005 genehmigt worden sei, biete eine Gelegenheit, die Sicherheit der elektrischen Energieversorgung zu verbessern, die Kosten zu verringern und die wirtschaftliche Entwicklung zu stützen.

Mehrere Projekte

In der Türkei unterstützt die Weltbank mehrere Projekte, die die Verlässlichkeit der Energieversorgung verbessern sollten, unter anderem ein Projekt zur Speicherung von Gas aus Russland und dem Iran. Ein 200 Mio.-Dollar-Darlehen zielt darauf ab, private Investitionen in die Produktion von erneuerbaren Energien zu ermöglichen. Weiter im Osten, in Tadschikistan, erkundet die Weltbank Möglichkeiten, das hohe Wasserkraftpotenzial des Landes zur Stromversorgung in Südasien wiederzubeleben.

Ein Großteil der Mittelaufbringung der Weltbank geht in Richtung Wiederherstellung und Verbesserung der überalterten Energieanlagen aus den 1960er und 1970er Jahren. Ein Nebenprodukt der Investitionen ist die Verbesserung der Energieeffizienz, die in den GUS-Ländern noch immer am schlechtesten ist. (APA)

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