Rice will Atomstreit an UN-Sicherheitsrat zurückschicken

12. Juli 2006, 18:57
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Teherans Atom-Antwort "enttäuschend und unvollständig" - Vetomächte verhandeln in Paris

Paris - US-Außenministerin Condoleezza Rice hat sich enttäuscht über den schleppenden Verlauf der Gespräche über das iranische Atomprogramm gezeigt. Die jüngste Antwort Teherans auf die Vorschläge der internationalen Gemeinschaft sei "dem Vernehmen nach enttäuschend und unvollständig" ausgefallen, sagte Rice am Mittwoch auf dem Flug von Washington nach Paris vor Journalisten. Die Tür bleibe aber offen für Verhandlungen.

In der französischen Hauptstadt sollte Rice am Nachmittag mit ihren Kollegen der anderen Vetomächte im UN-Sicherheitsrat sowie Deutschlands und dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana über das weitere Vorgehen beraten. Die US-Chefdiplomatin kündigte an, sie wolle von Solana "aus erster Hand" informiert werden, wie er die Lage sehe. Der Spanier hatte am Vortag mit dem iranischen Chefunterhändler Ali Larijani beraten. Das Gespräch sei "enttäuschend" verlaufen, hatte eine Sprecherin Solanas anschließend der Nachrichtenagentur AFP gesagt. Streitpunkt ist weiter die Forderung, dass Teheran sein auch militärisch nutzbares Programm zur Urananreicherung aussetzen soll.

Einschaltung des UNO-Sicherheitsrates angedeutet

Die USA wollen den Worten ihrer Außenministerin Condoleezza Rice zufolge darauf drängen, dass der Atomkonflikt mit dem Iran noch am Mittwoch an den UN-Sicherheitsrat zurücküberwiesen wird. Dazu seien die fünf ständigen Mitglieder des Gremiums und Deutschland gezwungen, wenn der Iran nicht zu Verhandlungen über das Angebotspaket der internationalen Gemeinschaft bereit sei, sagte sie auf dem Weg nach Paris. (APA)

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