Armee will Exklusiv-Geschäfte mit Halliburton beenden

28. Juli 2006, 13:52
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Wegen zu hoher Preise bei der logistischen Unterstützung der Truppen im Irak

Washington - Die US-Armee will einem Zeitungsbericht zufolge ihre exklusive weltweite Zusammenarbeit mit dem wegen seiner Irak-Geschäfte umstrittenen Öl-Konzern Halliburton auslaufen lassen. Wie die Zeitung "Washington Post" in ihrer Mittwoch-Ausgabe berichtet, gaben zu hohe Preise bei der logistischen Unterstützung der Truppen im Irak den Ausschlag für die Entscheidung des US-Verteidigungsministeriums.

Sieben Miliarden Dollar

Der Vorwurf, zu hohe Preise für Auftragsarbeiten in Rechnung gestellt zu haben, zog bereits Überprüfungen von US-Behörden, Buchprüfern und Kongressabgeordneten nach sich. Die US-Armee zahlte dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr mehr als sieben Milliarden Dollar (5,50 Mrd. Euro) an Halliburton allein für sein Engagement im Irak. Halliburton ist der wichtigste US-Vertragspartner für das US-Militär in dem Golfstaat und führt die Infrastrukturprojekte über die Tochter Kellogg Brown & Root (KBR) durch.

Das US-Verteidigungsministerium habe sich nun entschieden, die von dem Öl-Dienstleister ausgeführten Aufträge an mehrere unterschiedliche Vertragspartner zu vergeben, hieß es. Neben dem Preisargument habe man sich zudem gegen den Ausfall nur eines Vertragspartners absichern wollen. Dem Bericht zufolge plant das Ministerium beispielsweise für den Irak, die Aufträge an drei Unternehmen zu vergeben. Dabei könnte der Konzern Halliburton, der bis 2000 von dem heutigen US-Vizepräsidenten Dick Cheney geleitet wurde, allerdings wieder zum Zuge kommen. Halliburton selbst betonte dem Blatt zufolge, die Unstimmigkeiten mit dem Ministerium seien geklärt und das Militär lobe inzwischen die Arbeit des Unternehmens. (APA/Reuters)

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