Auf der Suche nach menschenrechtlichen Antworten

12. Juli 2006, 11:09
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ai-Generalsekretär Heinz Patzelt im derStandard.at-Chat: Überlegungen, ob und wie Grenzen innerhalb des Themas Schwangerschaftsabbruch gezogen werden können

ai-Generalsekretär Heinz Patzelt stellte sich am Dienstag im derStandard.at-Chat den Fragen der UserInnen, unter anderem zu den Bereichen Abtreibung, sexueller Belästigung am Arbeitsplatz und Gleichstellung von homosexuellen Lebensgemeinschaften. Im folgenden nun ein Auszug, den gesamten Chat, in dem Patzelt die EU- Menschenrechtspolitik kritisiert und zu Zivilcourage aufruft, finden Sie hier.

frottee: Die katholische Kirche warnt Amnesty, sich für das Recht auf Abtreibung einzusetzen. Werden Sie sich dem Druck beugen? Was kann ihnen die katholische Kirche überhaupt anhaben?
Heinz Patzelt: Für Amnesty ist nicht wesentlich was gesellschaftliche Interessensgruppen sagen, sondern was menschenrechtlich geboten ist. Amnesty diskutiert derzeit intensiv ob und wie menschenrechtliche Grenzziehungen innerhalb des Themas Schwangerschaftsabbruch gezogen werden können.

Derzeit engagiert sich Amnesty gegen Zwangsabtreibungen und nimmt sonst zu dieser Frage nicht Stellung, wichtig erscheinen uns vor allem menschenrechtliche Antworten für vergewaltigte Frauen, bei Lebensgefahr und wir versuchen zu erreichen, dass Frauen in Notsituationen nicht mehr vom Gefängnis bedroht sind.

mrsoul: Was sagen Sie zur Verzögerungstaktik der ÖVP bei der Gleichstellung von Lebensgemeinschaften?
Heinz Patzelt: Die Arbeit von Amnesty findet vor allem im Kampf gegen gesetzliche Diskriminierung statt, so z.B. zum alten Paragraph 209. Österreich wird immer Probleme haben, solange man Schwule und Lesben nicht als völlig gleichberechtigte Menschen wahrnimmt.

Mr. JK: Fanden sie es OK, das ORF-Chefredakteur Mück zu einer Mitarbeiterin gesagt hat: Haben sie sich schon einmal ihren Arsch angeschaut (Zitat)?
Heinz Patzelt: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist typischer Bestandteil des Problembereiches "Gewalt gegen Frauen". Staaten sind verantwortlich wirksame Gesetze und rasche Aufklärung von Vorwürfen sicher zu stellen. (red)

  • Heinz Patzelt
    foto: derstandard.at/schilly
    Heinz Patzelt
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