Klimaanlagen: entlastend und krankmachend

26. Juli 2007, 12:33
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Angenehm für den Kreislauf - aber Luftzug und Staub kann zu Erkrankung führen - Umwelt zusätzlich belastet durch Kühlmittel und Stromverbrauch

Wien - Klimaanlagen für Wohnungen erfreuen sich Dank der sommerlichen Hitze steigender Beliebtheit. Vor allem bei länger andauernden Hitzeperioden mit sehr schwülem Wetter verkaufen sich die Geräte sehr gut. Wenn jemand sehr unter der Hitze leide, können Klimageräte helfen, den Kreislauf zu entlasten, sagt Michael Trimmel vom Institut für Umwelthygiene. Der Wissenschafter wies aber auch darauf hin, dass Luftzug und Staub zu Erkrankungen führen können.

Temperaturschwankungen vermeiden

Zu häufige Temperaturwechsel sowie der aufeinander folgende Aufenthalt in Bereichen mit sehr hohen und niedrigen Temperaturen belasten den Körper noch mehr und sollten daher vermieden werden, erklärte Trimmel. Besonders gilt dies für Schwergewichtige, Personen, die wenig trinken und kreislaufempfindliche, ältere Menschen.

Mögliche Krankheitsauslöser

Die Verteilung von Staub und daran anhaftenden Mikroorganismen durch Klimaanlagen kann bei empfindlichen Personen wie Allergikern zu Krankheitserscheinungen führen, erklärt Trimmel. Aber auch der bloße Luftzug einer Klimaanlage kann Infekte sowie lokale Verkühlungen mit Gelenksschmerzen verursachen. Für gesundheitliche Probleme können auch schlecht gewartete Geräte sorgen, durch die Bakterien in Räumen und Gebäuden verteilt werden. Generell seien davon aber eher Großgebäude und nicht so sehr einzelne Privatwohnungen betroffen.

Der Lärmfaktor

Nicht vergessen sollte man das ständige Hintergrundgeräusch einer Klimaanlage, meinte Trimmel. Dieser "Lärm" liege selten unter 50 Dezibel und sei damit eine unbewusste Anstrengung für das Gehirn, das dabei eine dauernde Filterfunktion erfüllen müsse. Erschöpfung, Müdigkeit und Leistungsabfall sind mögliche "Nebenwirkung".

Umweltschutz

Problematisch für die Umwelt seien vor allem Geräte, die Kühlmittel mit HFKW (teilhalogenisierte Flurkohlenwasserstoffe) benötigen, berichtet Herwig Schuster von Greenpeace. Derzeit sei dies noch bei sehr vielen Anlagen der Fall. Wenn eine Tonne der klimaschädigenden Substanz in die Luft gelange, entspreche das etwa 3.000 bis 5.000 Tonnen Kohlendioxid. FCKW und HFCKW, die beide die Ozonschicht angreifen, werden nicht mehr eingesetzt. Luftkühler mit Propan oder Butan würden sich als umweltfreundliche Alternative anbieten, erklärte der Experte. Diese Klimageräte seien zwar etwas teurer in der Anschaffung, kosten aber durch einen geringeren Stromverbrauch langfristig weniger.

Schädlich für die Umwelt sind die kühlenden Geräte auch wegen des hohen Energieverbrauch, meinte Schuster. Klimaanlagen führen in manchen südeuropäischen Ländern wie Italien oder Spanien mittlerweile sogar zu einem höheren Stromverbrauch als im Winter. Die Energie-Effizienz der Geräte sei sehr unterschiedlich und für eine hohe Stromrechnung sorge unter anderem auch der Dauerbetrieb. (APA)

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