"Kontaminierte Erde" auf Spielplatz

17. Juli 2006, 11:59
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Die Grünen werfen der Umweltstadträtin vor, erhöhte Quecksilberwerte zu vertuschen

Wien – Erhöhte Quecksilberwerte auf einem Kinderspielplatz, das lässt bei allen Eltern die Alarmglocken schrillen. Die Wiener Grünen haben im Anne-Karlsson-Park den Wert von 0,98 Milligramm pro Quadratmeter des Schwermetalls im Grünbereich des Spielplatzes festgestellt. Somit sei die Belastung höher als im unbelasteten Teil des Platzes; 0,5 Milligramm sei der Wert, den man nicht überschreiten solle, sagt Grünen-Kindersprecherin Claudia Smolik.

Sie fordert nun von SP-Umweltstadträtin Ulrike Sima, Maßnahmen zu setzen und den Ursachen nachzugehen. Außerdem solle sie die Untersuchungsergebnisse des Jahres 2004 von 360 Kinderspielplätzen veröffentlichen. Smolik wirft Sima vor, die Ergebnisse „vertuscht“ und „verharmlost“ zu haben. „Kontaminierte Erde ist eine Gesundheitsbelastung, die nicht vernachlässigt werden sollte.“

„Keine Gefährdung“

Das Büro Sima zeigt sich genervt von den Vorwürfen und weist sie zurück: „Es ist eindeutig kein Spielplatz gefährdet“, sagt Karl Wögerer und weist auf die veröffentlichte Zusammenfassung des Untersuchungsberichtes der Stadt Wien im Internet hin – die Grünen nennen die Zusammenfassung eine „Schmalspurversion“.

Laut Wögerer gibt es keine Grenzwerte, höchstens Beobachtungswerte (BW) der Stufen eins, zwei und drei. Wenn beispielsweise der BW 2 knapp erreicht wäre, würde man handeln, das sei aber nicht der Fall. Was ein von den Grünen gefordertes Bodenschutzgesetz betrifft, in dem auch Grenzwerte festgelegt werden sollen, will die SPÖ auf die EU-weite Regelung warten. Es mache keinen Sinn, so Wögerer, ein Gesetz neu zu beschließen, um es dann erst wieder an die EU-Richtlinien anpassen zu müssen. (mil, DER STANDARD Printausgabe, 12.07.2006)

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