Investitionsrichtung wird sich drehen

16. August 2006, 10:55
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Das Wiener Investmenthaus VCP geht davon aus, dass in einem Jahr die ersten großen russischen Deals im Westen unterschrieben sind

Wien - Der Chef und Mehrheitseigner des Wiener Investmenthauses Vienna Capital Partners (VCP), Heinrich Pecina, will "demnächst"über "die erste ganz große Transaktion im Energiesektor"berichten, an der die VCP gerade arbeite. Zuständig für diesen Geschäftsbereich des ehemaligen Creditanstalt-Bankers, der die VCP 1998 gegründet und seither drei Mrd. Euro an Transaktionsvolumen bewegt hat, ist Ex-Innenminister und VCP-Mitarbeiter Ernst Strasser. Konkret geht es bei dem Deal um Kraftwerke in der Region Ungarn bis Bulgarien, die man laut Pecina "kaufen, herrichten, betreiben und dann wieder verkaufen"wolle.

Die Wiener VCP konzentriert sich auf Geschäfte in (Süd-)Osteuropa, organisiert Übernahmen und Investments, steckt aber auch eigenes Geld in Unternehmen, etwa in kroatische oder serbische Medienkonzerne. Einer breiteren Öffentlichkeit wurden die Investmentbanker durch ihr Kärntner Engagement bekannt: Gemeinsam mit der HSBC haben sie die 500 Mio. Euro schwere Wandelschuldanleihe der Hypo Alpe-Adria-Bank (HAA) für das Land Kärnten auf die Beine gestellt; bis 2008 wollen sie die HAA an die Börse bringen. Und zwar trotz der Troubles der Bank und der Ablösegefahr für ihren Chef, Wolfgang Kulterer.

"Viele sehr reiche Unternehmen in Russland"

Die Richtung der Deals von derzeit West nach Ost wird sich in Pecinas Augen bald umkehren, wie er bei der Präsentation drei neuer Partner (jetzt sind es sechs) am Dienstag in Wien sagte. In Russland gebe es bereits viele "sehr reiche Unternehmen" - und die haben längst ihre Fühler in den Westen ausgestreckt.

Die neue VCP-Partnerin Gouzel Goumerova geht davon aus, dass auch die großen russischen Energiekonzerne kommen werden: "Sie werden in Vertriebsnetze im Westen investieren müssen."All das werde sehr bald geschehen, Pecina rechnet damit, dass "wir die ersten großen russischen Transaktionen im Westen noch in den nächsten zwölf Monaten sehen werden. Auch in Österreich". (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.7.2006)

  • VCP-Chef Heinrich Pecina: "Russen müssen international investieren."
    foto: standard/newald

    VCP-Chef Heinrich Pecina: "Russen müssen international investieren."

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