Pour le Mérite für Physiker Anton Zeilinger

14. Juni 2000, 13:37
Berlin/Wien - Anton Zeilinger, an der Uni Wien forschender und lehrender Physiker, erhält eine der höchsten Ehren, die im Bereich von Kultur und Wissenschaft zu vergeben sind: Er wird Mitglied des preußischen Ordens Pour le Mérite in seiner zivilen Variante. 1742 hat Friedrich II. diesen Orden für das Militär gegründet, hundert Jahre später richtete Friedrich Wilhelm IV. eine Abteilung auch für Zivilisten ein, "die sich durch weitverbreitete Anerkennung ihrer Verdienste einen ausgezeichneten Namen erworben haben".

Der Orden ist eng begrenzt, auf je 40 deutsche und nicht deutsche Mitglieder, die selbst über Neuzugänge entscheiden und im Lauf ihrer Geschichte etwa Einstein, Heissenberg und Schrödinger gewählt haben. Auf ihren Schultern steht Zeilinger nun nicht nur in den Annalen des Pour le Mérite, sondern auch in seiner Forschung: Er arbeitet im rätselhaften Gebiet der Quantenphysik, in dem ihm etwa die weltweit erste "Teleportation" gelungen ist. Dabei konnte er zwar keinen Gegenstand, wohl aber eine seiner Eigenschaften über große Distanzen ohne jeden Zeitverlust transportieren.

Zudem hat Zeilinger eine unknackbare Verschlüsselung entwickelt ("Quanten-Enkryption") und geht neuerdings den Fragen nach, welche Rolle Quantenphänome in biologischen Zusammenhängen spielen. (jl)

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