NGOs fordern Verbot von Streubomben

12. Juli 2006, 15:00
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Außenministerium hält "totales Verbot" für unrealistisch

Wien - Mehrere Nichtregierungsorganisationen (NGOs) haben am Dienstag bei einem parlamentarischen Seminar in Wien ein umfassendes Verbot von Streumunition gefordert. Die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Lunacek, verwies auch auf die Verantwortung Wiens: "Österreich sollte bei einem umfasssenden Verbot von Streumunition, wie in den 90er-Jahren beim Engagement gegen Landminen, eine Vorreiterrolle einnehmen."

Dorothea Auer vom Außenministerium hält ein "totales Verbot" von Streubomben hingegen für "unrealistisch". "Es geht in erster Linie darum, die Fehlerquote (Blindgängerrate, Anm.) auf ein Prozent zu reduzieren", erklärte sie. Nach Angaben von Kevin Bryant, Leiter der österreichischen Sektion von Handicap International, besteht das größte Risiko für Zivilisten in der enorm hohen Zahl an Blindgängern, die bis zu 30 Prozent ausmachen könne. Er betonte, die von den Herstellern angegebenen Fehlerquoten seien meist nicht realistisch: "Sie sind nicht unter Kampfbedingungen erprobt." (agw, DER STANDARD, Print, 12.7.2006)

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