Fast die Hälfte der chinesischen Chemieanlagen ein Umweltrisiko

12. Juli 2006, 18:40
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Betriebe an Flüssen in Nähe von Ballungsräumen angesiedelt - Trinkwasserknappheit droht

Peking - Rund 45 Prozent aller chinesischen Chemiebetriebe stellen nach Angaben der Umweltschutzbehörde des Landes ein "erhebliches Umweltrisiko" dar. Dies ergebe sich allein schon daraus, dass 81 Prozent der 7.555 überprüften Anlagen an Flüssen und Seen oder im Bereich von Ballungsgebieten angesiedelt seien, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag aus einem Bericht der Behörde. Um weitere Umweltkatastrophen zu verhindern, seien deshalb effektive Gegenmaßnahmen notwendig.

Knappes Trinkwasser

Konkrete Vorschläge waren in der Meldung von Xinhua nicht enthalten. Doch auch Ministerpräsident Wen Jiabao und andere Regierungsmitglieder haben bereits davor gewarnt, dass dem Land wegen der Verschmutzung von Flüssen nach Chemieunfällen eine Trinkwasserverknappung drohe. Davon seien schon jetzt rund 340 Millionen Menschen betroffen.

Der bisher schwerste Chemieunfall ereignete sich im vergangenen November im äußersten Nordosten Chinas. Damals gelangten die Krebs auslösenden Giftstoffe Benzol und Nitrobenzol in den Songhua, der in den russischen Grenzfluss Amur fließt. Die 3,8 Millionen Einwohner der Stadt Harbin waren damals fünf Tage lang von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Zahlreiche weitere Städte waren ebenso in Mitleidenschaft gezogen. (APA/AP)

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