190 Tote und 625 Verletzte bei Anschlagsserie in Mumbai

Redaktion, 20. Juli 2006 09:12

Explosionen in sieben vollbesetzten Zügen - Achter Sprengsatz wurde entschärft - Kaschmir-Extremisten im Verdacht

Mumbai - Bei der Anschlagsserie in Mumbai (Bombay) sind nach jüngsten Angaben der Polizei 190 Menschen getötet wurden. Es gebe zudem 625 Verletzte, sagte ein Polizeisprecher der Millionenstadt im Westen Indiens. Ingesamt sieben Sprengsätze gingen laut Polizei inmitten des Abendverkehrs in mehreren Bahnhöfen und Vorortzügen hoch. Der Verdacht fiel auf Islamisten, die für die Abtrennung der Kaschmir-Region von Indien kämpfen. Die Bluttat rief weltweit Entsetzung und Empörung hervor.

Innenminister Shivraj Patil sagte nach einem Krisentreffen mit Premierminister Manmohan Singh, die Anschläge in Mumbai und zuvor in Kaschmir seien "schockierend und feige". Bei mehreren Attentaten mutmaßlicher muslimischer Extremisten auf Urlauber in Srinagar im indischen Teil Kaschmirs waren am selben Tag mindestens sieben indische Touristen getötet und 34 Zivilisten verletzt worden. Patil sagte, möglicherweise gebe es einen Zusammenhang.

Singh: "Terroristen stecken hinter den Bombenanschlägen"

Ministerpräsident Singh erklärte: "Terroristen stecken hinter den Bombenanschlägen". Er rief nach einem Krisentreffen mit Innenminister Patil und den Chefs der wichtigsten Sicherheitsbehörden die Bevölkerung von Mumbai und Srinagar zur Ruhe auf. Die "Terroristen" würden mit ihren "teuflischen Plänen" keinen Erfolg haben, erklärte er. Seine Regierung werde alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Nach Angaben des Innenministers wussten die Behörden, dass ein Anschlag geplant war, kannten aber weder Ort noch Zeit.

Die Regierung Pakistans verurteilte die Bombenserie in Mumbai. Indien wirft Pakistan immer wieder vor, trotz laufender Friedensverhandlungen muslimische Extremisten zu unterstützen. Auch Außenministerin Ursula Plassnik (V) verurteilte die Anschläge aufs Schärfste. Der britische Premierminister Tony Blair sprach von einem "brutalen, beschämenden Akt". Auch die USA verurteilten die Tat. Die Stadt New York verstärkte ihre Sicherheitsvorkehrungen im öffentlichen Nahverkehr.

Millionen Pendler steckten fest

Die Zugabteile wurden von den Explosionen völlig zerfetzt. Im Bahnnetz brach Chaos aus, Millionen Pendler steckten fest. Einsatzkräfte durchsuchten die Wracks der Waggons nach Toten und Verletzten. Die Rettungsarbeiten wurden von heftigem Monsunregen behindert. Trümmer und Gepäckstücke lagen auf Bahnsteigen verteilt.

Indische Kommentatoren zogen Parallelen zwischen den Explosionen in Mumbai zu denen in der Londoner U-Bahn am 7. Juli vergangenen Jahres. Mumbais Polizeichef A. N. Roy rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Anrainer der betroffenen Bahnlinie nach Westen halfen dabei, Verletzte und Leichen zu bergen. Das Mobilfunknetz in Mumbai brach zeitweise zusammen.

Bisher kein Bekenntnis zu Attentaten

Über sechs Millionen Pendler fahren täglich mit den Vorortzügen Mumbais. Zunächst bekannte sich niemand zu den Attentaten. Indische Medien berichteten, die von Pakistan aus operierende muslimische Terrorgruppe Lashkar-e-Toiba habe jede Verantwortung zurückgewiesen. Sicherheitsexperten hielten das Dementi nicht für glaubwürdig. Lashkar-e-Toiba verübt immer wieder schwere Anschläge in Indien.

In Mumbai selbst, im Kaschmir, in Punjab, in der Hauptstadt Neu-Delhi und im bevölkerungsreichsten Unionsstaat Uttar Pradesh wurde der Alarmzustand ausgerufen. An den Flughäfen von Mumbai, Neu-Delhi, Bangalore und Kalkutta bezogen paramilitärische Einheiten Position. Die zivile Luftfahrtbehörde kündigte verstärkte Kontrollen von Fluggepäck an. Flüge seien von den verstärkten Sicherheitsvorkehrungen jedoch nicht betroffen, hieß es. In Neu-Delhi errichtete die Polizei Sperren und durchsuchte Hotels und Gästehäuser.

Bombenserie im August 2003

Bei einer Bombenserie im August 2003 waren in Mumbai mehr als 50 Menschen getötet und 35 verletzt worden. Die bisher schlimmsten Bombenanschläge erlebte Mumbai 1993. Im März des Jahres wurden bei einer Serie Explosionen mehr als 270 Menschen getötet und über 1000 verletzt. Im Oktober vergangenen Jahres waren bei einer Anschlagserie mutmaßlicher muslimischer Extremisten in der Hauptstadt Neu-Delhi mehr als 60 Menschen getötet worden. (APA/AP/dpa)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 64
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Georg Samsa
13.07.2006 19:37
Richtige Moslems?

Das waren keine richtigen Moslem, der wahre Moslem ist friedliebend!

Das haben sie am 11/9 bewiesen,

sie haben es in Madrid bewiesen,

sie beweisen es tagtäglich in Bagdad,

sie beweisen immer wieder in Israel

und nun haben sie es auch in Bombay bewiesen!



Aber wahre Moslems sind natürlich friedliebend!


Hossam Hassan
12.07.2006 10:57
Die Gewalt der Hinduextremisten in Indien ist entsetzlich

Es finden jedes Jahr pogromartige Ausschreitungen hunduextremistischer Mobs statt, denen in den letzten fünf Jahren 2000(!) Menschen zum Opfer gefallen sind, nicht zu reden von Massenvergewaltigungen, Folter, Entführungen etc. und die sich in der Regel gegen muslimische Communities richten. Als Antwort darauf finden auch moslemische Extremisten Freude an organisiertem Massenmord, wie dem in die Luft sprengen von Zügen. Offenbar hat man sich das von Madrid abgeschaut. Während in London und Madrid ein gesellschaftlich hartnäckiger Rassismus solche Taten mitverursacht, herrscht in Indien unfassbare Gewalt, die sich in Revancheakten gleicher Brutalität freisetzt. Im Nachbarland Pakistan passiert ähnliches.

erste generation
12.07.2006 13:52
noch so ein

Extremismus/Terror-Apologet.....zum kotzen

Alfred Almeder
12.07.2006 14:30
Zum Kotzen

sind Schwarz/Weiß-Maler für die es anscheinend gute Bomben, notwendige Folter und alles rechtfertigende Rache gibt, und das gleich präventiv eingesetzt sehen möchte. In Wirklichkeit die gleiche menschenverachtende Ideologie wie die der Nazis, egal wie sich selbst bezeichnet.

Alfred Almeder
12.07.2006 09:43
Habe persönlich

vor 2 Jahren in Mumbai erlebt, wie friedlich Moslems und Hindus dort zusammenleben und auch Moscheen u. Tempeln der jeweils anderen Konfession besuchen. Also wer ist interessiert solch verdammenswerte Verbrechen auszuüben? Sicherlich islamistische Fanatiker, die nicht nur aus dem Kashmir stammen müssen, weil es auch andere Gegenden in Indien gibt, wo Hindus u. Moslems tief verfeindet sind. Ebenso können aber auch Hindu-Extremisten mit Verbindungen bis zum indischen Sicherheitsdienst dahinterstehen. Auch wenn ich persönlich nicht daran glaube, ist dem CIA im weltweiten Kampf gegen den Islam auch alles zuzutrauen. Wie auch immer, es sind die wahnsinnigen Minderheiten, die den Menschen das Leben zur Hölle machen.

Saupreiss japanischer
13.07.2006 19:49
Ich glaub das CIA ist zu dumm ....

um das zu organisieren - die Moslems haben aber bewiesen, dass sie das beherrschen!

"...wie friedlich Moslems und Hindus dort zusammenleben..." das haben die Bosnier untzerschiedlicher Konfessionen auch getan, mit bekanntem Ausgang!

Religionen waren und sind halt Sch..ße!


erste generation
12.07.2006 13:54

was für ein genialer Schachzug des CIA, diese Anschläge.....hä?!?

woessman
 
12.07.2006 13:12
" ist dem CIA im weltweiten Kampf gegen den Islam auch alles zuzutrauen"

das war ja zu erwarten.

Lichtfreak
12.07.2006 09:32
Guten Morgen!

ALLE grossen monotheistischen Religionen mit dem Wahrheitsanspruch wollen, dass Ihre Lehre Missioniert wird und haben das Gefühl, dass sie jemanden "Zwangsbeglücken" müssen...

Der Unterschied dabei ist die Zeit und die Entwicklungsgeschwindikeit...

Radikalisieren wird sich jede früher ... oder später einmal.

Die Radikalisierung müsste mann stoppen....

Mit Unterdrückung, Verachtung und Krieg treibt man verzweifelte Menschen in den Radikalismus...

Das WIRD heute von den "Guten" ausgenutzt und hinter all dem stecken wiederum ve(w)rirrte Gläubige...

AliBarbar
 
12.07.2006 22:59
ihr habt euren glauben

und ich hab meinen.

es gibt noch einen weiteren inhalt im koran, wo es um die gleichheit aller menschen geht, und dass allah dies nicht wollte, es demnach gottgegeben ist, daß menschen verschieden sind und denken.

welcher wahre muslim, der seinen glauben kennt, leitet hieraus blinde missionierung ab?

erste generation
12.07.2006 13:57
Es geht wohl eher um Indoktrinierung

denn um Verzweiflung

Po Polos
12.07.2006 09:52
Nicht die Religionen sind das Übel

Nicht die Religionen sind das Übel. Es sind diejenigen, die sie als Mittel zum Zweck missbrauchen.
Die grundlegende Philosophie aller Weltreligionen ist die Verkündung des Friedens. Aber alle religiösen Bewegungen, ob Weltreligion oder obskure Sekte, lassen genügend Raum offen dass wenige möglichst viele manipulieren können.

christoph hofbaur
12.07.2006 18:07

organisierte religion hat als einzigen zweck schafe als opfer einer kollektiven massenmanipulation zu finden und ist daher gemeinsam mit rassimus und natinalismus eines der drei grunduebel der menschheit.

da koalonkl
12.07.2006 09:45
Nehmts den

islamisten endlich die bomben weg!!!!!!

Arminius
12.07.2006 09:39

"ALLE grossen monotheistischen Religionen mit dem Wahrheitsanspruch wollen, dass Ihre Lehre Missioniert wird"

Meine?

Atheism is my religion :)
12.07.2006 12:32

Religion als Privatsache, in den eigenen 4 Wänden, ist harmlos. Es wäre allerdings naiv zu meinen dass es damit abgetan ist, denn Religion ist nunmal ein "Massensport".

Und Religion als Massenbetäubungsmittel *ist* immens gefährlich, das lässt sich seit Jahrhunderten nachvollziehen. Und das wird weiter eskalieren...

*Das* Übel auf diesem Planeten sind Religionen, egal welcher Art.

medion
12.07.2006 08:06
der unterschied

zwischen islamistischen extremisten und gläubigen muslimen und deren imame einserseits und personen aus christlichen gegenden, gläubigen und der kirche andererseits, liegt wohl darin, dass die katholische kirche zwar in den meisten ansichten immer noch radikal und verklemmt, zukunftsfeindlich und überheblich ist, deren schäflein hingegen - pfeifen seit über 50 jahren auf diese institution. sie ist lediglich - und nur noch ein anhängsel.... sie haben keine macht, da haben die ärzte (in politischer hinsicht) weitaus mehr einfluss (jeder arzt hat 300 patienten - ärztekammer...) davon kann ein pfarrer nur träumen.
dem islam und deren vertretern wird hingegen geglaubt. die schäflein des mohamed werden nach strich und faden manipuliert.

sepp blatter
12.07.2006 01:31
AUFWACHEN!!!...

Liebe Standardforumadministratoren...

Quasis Herr Karl
Quasis Herr Karl
12.07.2006 09:29
Doch bitte nicht um halb zwei in der Nacht....;-)

beyaz peynir
11.07.2006 21:09
diese postings sind schlimm

stellt euch so ein posting wie das unten von alt-heil mal über das judentum vor... wäre wohl gleich zensiert worden (zurecht). das von 'avalancha' genauso... oder potakowsky: 'für europa gibt es dazu ganz konkrete strategiepläne, die auf eine islamisierung in 50 jahren zielen'... lieber standard, wenn ihr so was zulässt, ist es traurig, denn bei hetze gegen juden seid ihr aufmerksamer. wer hier behauptet, es gäbe einen jüdischen generalplan zur eroberung der welt, fliegt zurecht raus... wer dasselbe über den islam behauptet, darf es hier verzapfen.

woessman
 
12.07.2006 13:56

verzeihung!
ich wusste z.b. nicht, dass ein hinweis auf die seite
http://www.salaf.de
etwas schlimmes ist ....

Papp Kamerad
12.07.2006 10:48
entschuldigen sie bitte:

ich zitiere einen profil artikel aus den 90er jahren, und zwar 1995, ich kann ihn raussuchen, falls es der zensor für nötig erachtet, um mein posting frei zu schalten, auf alle fälle wird in diesem artikel einer zeitschrift, die sicherlich nicht im verdacht steht oder stand, hetze zu betreiben, ein islamistischer mullah aus den banlieus de paris zitiert, der meinte, dass es sicher sei, dass frankreich innerhalb von 20 jahren ein islamischer staat sei.

gut, das ist die einzelmeinung eines hetzers, aber die summe solcher einzelmeinungen bedarf unserer aufmerksamkeit, finden sie nicht auch?

mfg,

ein wachsamer.

pinguin79
12.07.2006 09:54

Wenn Sie schon den moralischen Zeigefinger erheben, dann seien Sie wenigstens objektiv. Sie haben zwar Recht, dass bei Juden eine besondere Sensibilisierung herrscht, nicht zuletzt durch den Holocaust. Aber wenn jemand von einer "Islamierung in 50 Jahren" spricht, halte ich das nicht unbedingt für eine "Hetze", sondern lediglich für eine legitime Kritik an einer Religion, die - wie jede andere auch - so viele Menschen wie möglich auf ihre Seite bringen möchte, also expansiv ist. Wären sie das nicht, würden sie jetzt auch keine "Weltreligionen" sein. Das gilt gleichermaßen für das Christentum, den Islam, das Judentum, den Buddhismus, usw. Und wer den Anspruch erhebt, eine Weltreligion zu sein, muss auch mit Kritik leben können.

Aristarch
12.07.2006 10:35
Es nicht um Kritik am Islam gegangen, sonder um die Verschwörungstheorie, dass es eine gesteuerte islamische Einwanderung in Europa gäbe!

Das ist erstens schlichtweg FALSCH, weil es für jede der vielen Immigrationswellen konkrete soziale Gründe gab (Arbeitsimmigration der Türken in den 70ern, Flucht der Bosnier in den 90ern).

Zweitens ist derartige Propagande extrem GEFÄHRLICH: Sie macht nämlich aus Menschen, die in Wirklichkeit auf der Flucht waren oder einfach Arbeit suchten quasi zu den "Waffen" eines unterstellten agressiven Planes. Ein unterprivilegierter türkischer "Billig-Arbeiter" wird in eine Art Besatzungsoldat umgedeutet.

Die Menschen werden aus ihrer konkreten sozialen/historischen Situation herausgerissen und im Sinn einer Verschwörungstheorie gedeutet. Das hatten wir schon einmal!

pinguin79
12.07.2006 12:40

Ich sage nicht, dass es so ist, und dass jede Verschwörungstheorie immer stimmen muss.

Aber man sollte sachlich darüber diskutieren dürfen. Mit sachlichen Gegenargumenten erreicht man wesentlich mehr, als durch eine dumme Zensur. Denn wer anderen die freie Meinungsäußerung verbietet, ist keinen Deut besser als jene, die er zum Schweigen bringen will...

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