Oberösterreichisches Gehirnstrom-Messgerät erhielt US-Marktzulassung

19. Juli 2006, 12:28
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Mit bis zu 100 Elektroden können auch kleinste Bereiche untersucht werden

Wien - Rund zwei Jahre nach der Zertifizierung in Europa hat ein High-tech-Messgeräte für Gehirnströme der oberösterreichischen Firma g.tec medical engineering nun auch die Zulassung für die Vereinigten Staaten bei der Food and Drug Association (FDA) erreicht. Das System mit dem Namen "g.USBamp" zeichnet sich nicht nur durch eine hohe Auflösung aus, es ermöglicht auch invasive und nicht-invasive Untersuchungen mit einem Gerät.

"g.USBamp" kann sowohl Elektroenzephalogramme (Gehirnstrommessungen - EEG) wie auch Kardiogramme (Herzstrommessungen EKG) ableiten und auswerten, erklärte Günter Edlingen von g.tech gegenüber der APA. Das System arbeitet mit bis zu 100 einzelnen Elektroden, damit können auch kleinste Gehirnareale mit ausreichender Auflösung untersucht werden. Die Abtastfrequenz beträgt bis zu 38 Kilo-Herth, also 38.000 Durchgänge pro Sekunde.

Zwei Untersuchungsarten möglich

Das Besondere an "g.USBamp" ist, dass sowohl invasive wie auch nicht-invasive Analysen durchgeführt werden können. Nicht-invasiv bedeutet, dass die Elektroden außen an die Haut angelegt und die abgeleiteten Ströme der darunter liegenden Organe untersucht werden.

"Für bestimmte Erkrankungen oder wissenschaftliche Fragestellungen ist es nötig, invasiv zu arbeiten, die Organe direkt freizulegen und abzutasten, im Fall des Gehirns muss dazu die Schädeldecke geöffnet werden", so Edlinger. Durch den großen Eingangsbereich des Gerätes von wenigen Millionstel Volt bis zu 250 Milli-Volt können beide Untersuchungsarten ausgeführt werden.

Die Produktion und Entwicklung von g.tec Produkten erfolgt in Graz, der Vertrieb wird von Schiedlberg in Oberösterreich abgewickelt. Die Firma hat in der Vergangenheit bereits mehrere Innovations-Preise erhalten, darunter den steirischen Fast Forward Award und den Gewinn Award. (APA)

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