"Sommerkabarett" im Vindobona findet statt

18. Juli 2006, 12:40
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Künstler treten vorerst ohne Gage auf - Geld von der Stadt Wien wird es keines geben

Wien - Im Wiener Vindobona wird trotz der angespannten Finanzlage wieder gelacht: Die Vorstellungen im Rahmen der "Sommerkabarett"-Reihe finden derzeit wie geplant statt. Wie Betreiber Wolfgang Gratzl im betonte, erhalten die auftretenden Künstler vorerst aber kein Honorar. Erfreut zeigte er sich darüber, dass die Stadt Wien den derzeit laufenden Umbau nun genau unter die Lupe nimmt.

Die Gesamtsanierung der Spielstätte am Wallensteinplatz läuft seit vergangenem Jahr. Der große Saal im Keller ist bereits renoviert. Eine neue, kleinere Bühne sowie die Gastronomie sollen bis September fertig gestellt werden. Allerdings fehlt dazu noch Geld. Laut Gratzl beträgt der zusätzliche Bedarf 455.000 Euro.

"Es gibt zumindest Aktivitäten"

Nun prüft das Magistrat das Projekt von baulicher und wirtschaftlicher Seite. Dazu seien Unterlagen ins Kulturamt übermittelt worden. "Was nun passiert, wissen wir nicht, aber es gibt zumindest Aktivitäten", gab sich Gratzl zuversichtlich. Der Vindobona-Betreiber hofft nun, dass die Frage der Finanzierung demnächst geklärt sein könnte.

Weitere Geldmittel wird es von der Stadt allerdings nicht mehr geben, wie eine Sprecherin von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny neuerlich erklärte: "Wir schauen uns die Zahlen an, auch das ist schon eine Unterstützung." Durch die Prüfung könne geklärt werden, wie ernst die Lage wirklich ist. Zudem werde bei der Suche nach Sponsoren geholfen. "Es ist schon so, dass uns die Spielstätte am Herzen liegt", betonte die Sprecherin.

In den vergangenen Wochen hatte Gratzl noch vor einer möglichen Schließung des Vindobonas gewarnt. Einige Termine - darunter Fußball-Live-Übertragungen - mussten abgesagt werden. Jetzt wird wieder Kabarett gespielt: Auftreten werden im Juli unter anderem noch Joesi Prokopetz, Günter Mokesch oder Michael Schuller.

Auftritt ohne Geld

Honorare gibt es für die Künstler jedoch vorerst keine: "Wenn alles gut geht, kriegen sie später ihr Geld", so Gratzl. Wenn nicht, so fügte er hinzu, werde sich der Masseverwalter um diese Forderungen kümmern müssen. (APA)

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