SPÖ übt scharfe Kritik an Kärntner Kulturpolitik

13. Juli 2006, 20:28
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"Die Kulturpolitik verkommt zum Veranstaltungsmanagement" - Antrag auf Rechnungshofprüfung im Landtag eingebracht

Klagenfurt - Scharfe Kritik an der Kulturpolitik des Landes hat am Dienstag die Kultursprecherin der Kärntner SPÖ, Nicole Cernic, geübt. Die stellvertretende Klubchefin kritisierte in einer Pressekonferenz die ihrer Ansicht nach herrschende Konzeptlosigkeit und sprach von "Umleitung" von Budgetgeldern. Große Summen würden für Veranstaltungen ausgegeben, die lediglich dem Marketing des Kulturreferenten dienten.

140.000 Euro seien für Veranstaltungen der Kulturabteilung budgetiert gewesen, so Cernic. "Tatsächlich sind 275.000 Euro ausgegeben worden." Dazu sei aus dem Kulturbericht ersichtlich, dass weitere 655.000 Euro für diverse Veranstaltungen ausgegeben worden seien. "Es herrscht offensichtlich die Tendenz, Kulturmittel in den Veranstaltungsbereich umzuleiten, die Kulturpolitik verkommt zum Veranstaltungsmanagement."

Dafür habe man im Museum Moderner Kunst Kärnten (MMKK) die vom Bund bereitgestellten Gelder für Ankäufe von Kunstwerken verfallen lassen. "Da sind mehr als 30.000 Euro verschenkt worden", kritisierte Cernic. Daher habe die SPÖ am Montagabend bei der Sondersitzung des Kärntner Landtages auch einen Antrag auf eine Rechnungshofprüfung des MMKK eingebracht. Cernic: "Dieser Antrag ist auch angenommen worden, nur das BZÖ stimmte dagegen, jetzt wird das Museum einmal genau durchleuchtet." (APA)

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