Gründungsförderung an Schulen

17. Juli 2006, 06:30
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Während die meisten Bemühungen zur Entrepreneurship-Förderung auf Unis abzielen, setzt man in Österreich jetzt auf Schulen

Wie können mehr junge Menschen dazu bewegt werden, sich selbstständig zu machen? Diese Frage wird seit längerem auf EU-Ebene und in den Mitgliedsstaaten diskutiert. Der Hintergrund: Tausende von Betrieben stehen zur Übergabe an, es fehlen potenzielle ÜbernehmerInnen. Zudem wird eine höhere Zahl an Betriebsgründungen als Mittel zur Reduktion der Arbeitslosenquote gesehen.

Gründungsförderung an Schulen

Während die meisten Entrepreneurship-Kurse - also Weiterbildungen, die zum/zur UnternehmerInnendasein qualifizieren sollen - auf den tertiären Bildungsweg abzielen, gibt es in Österreich nun Ansätze von Entrepreneurship-Förderungen im allgemeinen Schulwesen.

So werden nun auch an Schulen, die nicht dem Lehrplan der Handelsakademien folgen, sogenannte Planfirmen eingerichtet. SchülerInnen können sich hier zwei Semester lang als UnternehmerInnen versuchen - und ausprobieren, welche Aufgabenbereiche von Marketing bis zur Finanzplanerstellung ihnen meisten entsprechen.

Tests als Grundlage von Fördermaßnahmen

Das Institut für Entrepreneurship und Innovation der WU Wien hat zudem einen Test entwickelt, der die unternehmerischen Potenziale der SchülerInnen einstuft. Er soll in höheren Schulen jeweils zum Beginn und zum Ende des Schuljahres zum Einsatz kommen, um Vergleichswerte festzustellen. Diese sollen den LehrerInnen dann zur Entwicklung gezielter Fördermaßnahmen dienen.

Konkret misst der Test misst persönliche Eigenschaften der SchülerInnen, die mit Entrepreneurship assoziiert werden, und untersucht, inwieweit sie "unternehmerische Einstellungen" vorweisen. So wird beispielsweise eingestuft, wie emotional stabil und wie durchsetzungsfähig die SchülerInnen sind. Auch die Frage, ob eine hohe Anzahl ungewisser Faktoren (eine typische GründerInnen-Situation) Angst hervorruft, wird untersucht.

LehrerInnen werten aus

Die Messungen sollten jeweils am Beginn und am Ende eines Schuljahres durchgeführt werden, empfehlen die EntwicklerInnen. Die Auswertungen der Test erfolgen mittels eines einfach anwendbaren Softwaretools durch die LehrerInnen. Ausgewertet und interpretiert werden jedoch nur die unternehmerischen Einstellungen (also beispielsweise Innovationsbereitschaft oder die Überzeugung, Dinge kontrollieren zu können), da die persönlichen Eigenschaften nicht im Einflussbereich der LehrerInnen liegen. Die Auswertung der zweiten Messung zeigt, wie sich die unternehmerischen Einstellungen der SchülerInnen seit Durchführung der ersten Messung verändert haben.

Die Software wird ab dem Schuljahr 2006/2007 an mehreren österreichischen Schulen zum Einsatz kommen. (mas)

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