Schwammerlsaison läuft in Teilen Österreichs an

21. Juli 2006, 15:45
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Feucht-warmes Klima lässt Pilzsucher in den Wald strömen - Besonders im Altholz fühlen sich die Schwammerl wohl

Wenn das Wechselspiel von Regen und Hitze Wochenendausflügler und Sonnenanbeter verzweifeln lässt, strömen die Pilzsucher optimistisch in den Wald. Bei feucht-warmem Klima werden die Schwammerlfreunde bereits in der Steiermark fündig. In anderen Regionen, etwa im Wiener Raum, ist es noch zu trocken.

Wo genau man in Österreich auf viele Schwammerl stößt, wissen allerdings selbst Experten nicht: Gebietsübergreifende Vorhersagen seien unmöglich, da das Pilzwachstum auch von anderen Umwelteinflüssen als dem Wetter abhänge, sagte der Salzburger Mykologe Thomas Rücker der APA. In Salzburg etwa sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Suche derzeit schon recht gut, meinte er.

Streng geheime Platzerl

Besonders im Altholz fühlen sich die Schwammerl wohl, denn Baum und Pilz bilden eine Symbiose und versorgen sich gegenseitig mit Nährstoffen. Das Ökosystem des Waldes ist daher auf Pilze und Co. angewiesen, darum darf man laut Forstgesetz auch nicht mehr als zwei Kilo mit nach Hause nehmen. Gute Schwammerlplätze sind unter leidenschaftlichen Sammlern strenggeheim und werden oft nicht einmal den engsten Verwandten anvertraut.

5.000 Arten in ÖsterreichB

Da es rund 5.000 Arten in Österreich gibt, hat man gute Chancen, einen Treffer zu landen. 200 bis 300 gelten als essbar, 20 aber als höchst giftig. Bei der Identifizierung sollte man auf Spekulationen und Experimente verzichten, denn diese können mitunter gefährlich werden: Vom Gift des Grünen Knollenblätterpilzes genügen beispielsweise bereits sechs Milligramm für eine tödliche Dosis. Es ist davon auszugehen, dass kleinere Mengen, wenn sie auch nicht tödlich sind, dennoch Organschädigungen hervorrufen können. Am Besten lässt man seinen Fund bei einer Pilzberatung, die es in allen Landeshauptstädten gibt, kontrollieren.

Hat man dann ein Schwammerl entdeckt, sollte man es mit einer Drehbewegung ganz aus dem Boden nehmen. Dabei ist die Gefahr einer Schädigung des Pilzgeflechtes geringer als beim Abschneiden und auch die Verwechslungsgefahr ist geringer, da der Stiel ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist. Die Schwammerl sollen auf keinen Fall im Plastiksackerl transportiert werden, denn unter Luftabschluss verderben sie schnell. (APA)

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