"NASA-Hacker" wehrt sich gegen seine Auslieferung

23. Juli 2006, 16:14
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Gary McKinnon will notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gehen, um seine Übergabe an die USA zu verhindern

Vor wenigen Tagen machte der britische Innenminister John Reid eigentlich alles klar: Mit seiner Unterschrift besiegelte er die Auslieferung des "NASA-Hackers" Gary McKinnon an die US-Behörden.

Einspruch

Doch dieser will das nicht so einfach hinnehmen: McKinnon kündigte nun gegenüber der BBC an vor dem High Court des Landes Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Sollte dieser die Auslieferung als rechtmäßig erklären, so will der 40-jährige sich an höhere Instanzen wenden. Notfalls ziehe er bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, zeigt er sich kampfbereit.

Vorgeschichte

McKinnon war mehrmals in diverse Netzwerke von US-Behörden eingedrungen, darunter auch in die der Raumfahrtsbehörde NASA. Über die Bedeutung seiner Aktivitäten gehen die Meinungen naturgemäß weit auseinander. Während der Brite selbst davon spricht, sich lediglich aus Neugier nach geheimen Technologien bzw. Beweisen für die Existenz von Außerirdischen auf den Servern herumgetrieben zu haben, sehen die Strafverfolgungsbehörden der USA darin den "bedeutendsten Militärhack aller Zeiten".

Auswirkungen

In den USA drohen McKinnon bis zu 70 Jahre Haft und umfangreiche Schadenersatzforderungen. Die Auslieferung steht unter der Bedingung, dass der "NASA-Hacker" einem ordentlichen Verfahren zugeführt werde, und nicht - wie von manchen ursprünglich befürchtet - als Terrorist eingestuft in einem Gefangenenlager lande. (red)

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